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Elektrotechnik

ACD

Abkürzung für automatischer Anrufverteiler.

ACD: die Telefonanlage, die Anrufe nach Regeln verteilt

Ein Automatic Call Distributor ist eine Komponente einer Telefonanlage, die eingehende Anrufe empfängt und sie nach vordefinierten Regeln an verfügbare Agenten oder Nebenstellen leitet. Anders als eine einfache Telefonvermittlung trifft ein ACD aktive Verteilungsentscheidungen: er stellt Anrufe in die Warteschlange, erfasst die Agentenauslastung in Echtzeit und verteilt die Arbeit, um die Last gleichmäßig auf das Team zu verteilen. In einem Call Center für Kundenservice oder technischen Support steht das ACD zwischen dem eingehenden Anruf und der richtigen Person, die ihn beantwortet.

Die Kernfunktion ist Anrufverwaltung und Verteilung. Wenn alle Agenten beschäftigt sind, hält das ACD Anrufe in einer Warteschlange, während dem wartenden Anrufer typischerweise aufgezeichnete Nachrichten oder Musik gespielt werden. Es erfasst Kennzahlen wie durchschnittliche Wartezeit, Abbruchquote (Anrufe, die vor der Annahme beendet werden) und Auslastung (Prozentsatz der Zeit, in der Agenten tatsächlich in Gesprächen sind). Moderne ACDs integrieren sich mit Computer Telephony Integration (CTI) Systemen, um Anruferinformationen auf dem Bildschirm des Agenten anzuzeigen, sodass der Agent sehen kann, wer anruft, bevor er den Anruf annimmt.

Verteilungsstrategien und Varianten

Verschiedene Call Center nutzen unterschiedliche Verteilungsregeln. Round-Robin sendet den nächsten Anruf an den Agenten, der am längsten untätig war. Skills-based Routing leitet spanischsprachige Anrufe nur an zweisprachige Agenten weiter. Least Occupancy verbindet den nächsten Anruf mit dem Agenten, der in der Schicht insgesamt am wenigsten Zeit in Gesprächen verbracht hat. Proprietäre ACDs von Herstellern wie Avaya, Genesys und NORTEL dominierten den Markt bis in die 2000er Jahre, aber cloudbasierte Alternativen konkurrieren inzwischen bei Flexibilität und Kosten. Die Unterscheidung zwischen einem ACD und einer größeren Contact-Center-Plattform hat sich verwischt, da Systeme inzwischen Sprachanrufe, E-Mails, Chat und Rückrufe über eine einzige Warteschlange verwalten.

Das ACD selbst nimmt keine Anrufe auf und kümmert sich nicht um die Abrechnung; diese Funktionen gehören zu angrenzenden Systemen. Was am häufigsten ausfällt, ist die Integrations-Schicht: wenn CTI-Daten nicht mit dem ACD synchronisiert werden, können Agenten den Anrufkontext nicht sehen. Warteschlangen-Timeouts müssen sorgfältig kalibriert werden; zu kurz und Anrufer hängen zu früh auf, zu lang und sie brechen frustriert ab. Abbruchquoten sind eine kritische Geschäftskennzahl, da sie verlorene Einnahmen und schlechte Kundenerfahrung darstellen.

Der Begriff wurde in den 1970er Jahren standard, als Telefonunternehmen anfingen, die Anrufverteilung in großen Büros und Call Centern zu automatisieren. Vor ACDs musste ein Rezeptionist oder Operator Anrufe manuell auf die richtige Leitung schalten. Moderne ACDs sind softwaregesteuert und laufen auf Standard-Servern, aber das konzeptionelle Modell bleibt gleich: eingehendes Anrufaufkommen, Agenten mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Verfügbarkeiten, und Regeln für deren Zuordnung in Echtzeit.

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