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Fertigung

Winkeleisenschmied

Englisch: anglesmith

Ein Schmied, der Winkelstahl und ähnliche Profil­stücke schmiedet und verformt.

Anglesmith: der Schmied, der Stahlwinkel in Form bringt

Ein Anglesmith ist ein Schmied, der sich auf das Schmieden und Formen von Strukturstahlwinkeln spezialisiert hat, besonders auf Winkelstahl (auch Stahlwinkel oder L-Profil genannt). Die Arbeit besteht darin, flaches Stahlmaterial auf Schmiedetemperatur zu erhitzen, üblicherweise 1100 bis 1200 Grad Celsius, um es dann zu biegen und zu hämmern, bis das charakteristische L-förmige Profil entsteht, das dem Winkelstahl seinen Namen und seine konstruktive Funktion gibt. Das fertige Profil hat zwei Flansche, die sich in einem rechten Winkel treffen, meistens mit gleich langen Schenkeln, wobei es auch ungleichschenklige Winkel für spezielle Anwendungen gibt.

Winkelstahl dient als Grundbaustein in der Stahlkonstruktion, besonders im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert, als er die Standardwahl für Tragwerke, versteifte Verbindungen und Verstärkungen war. Ein Anglesmith stellte Winkel in verschiedenen Größen her, von leichtem Material mit wenigen Millimetern Schenkellänge bis zu schweren Konstruktionsprofilen mit Schenkeln von 150 Millimetern und mehr. Die Arbeit erforderte genaue Kontrolle des Erhitzens, der Positionierung unter Hammer oder Presse und wiederholte Schläge, um gleichmäßige Wanddicken und konsistente rechte Winkel zu erreichen. Die Fertigstellung umfasste oft das Richten, das Anfasen der Kanten und manchmal das Bohren oder Lochen für Niet verbindungen.

Die Arbeit verlangte sowohl Kraft als auch Urteilsvermögen. Überheizen führte zu Kornwachstum und Sprödigkeit; zu niedriges Erhitzen bedeutete, dass sich der Stahl dem Formen widersetzte und wiederholtes Aufwärmen nötig war. Der Anglesmith musste die Temperatur nur an der Farbe erkennen und das genaue Orange-Gelb identifizieren, das die Bereitschaft zum Formen anzeigte. Symmetrie war wichtig: ungleiche Schenkel oder schlechte Winkelgeometrie würden später Probleme verursachen, wenn das Profil in ein Tragwerk oder eine Verbindung eingebaut wurde.

Das Anglesmith-Handwerk begann zu sinken, als Walzwerke verbreiteter wurden und in der Lage waren, Winkelstahl wirtschaftlich und in enger Toleranz herzustellen. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden Konstruktionswinkel fast ausschließlich gewalzt statt handgeschmiedet, was den spezialisierten Anglesmith zur Seltenheit machte. Heute überlebt der Begriff als historische Bezeichnung und Familienname, ein Zeichen handwerklicher Fähigkeit, die in die industrielle Fertigung aufgegangen ist.

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