Gegenfeuer legen
Englisch: backfire
ein kontrolliertes Kleinfeuer setzen, um die Ausbreitung eines größeren Brandes zu begrenzen
Gegenfeuer: ein kontrolliertes Feuer, das ein größeres stoppt
Ein Gegenfeuer ist ein kleines, absichtlich gelegtes Feuer, das bei der Waldbrandbekämpfung und Landschaftsverwaltung eingesetzt wird. Feuerwehrtrupps entzünden Vegetation vor dem Weg eines vorrückenden Waldbrandes und verbrauchen den Brennstoff, der sonst das Hauptfeuer nähren würde. Wenn das Gegenfeuer auf die herannahenden Flammen zuläuft, treffen sie sich in einer Zone mit niedriger Brennstoffdichte und reduzierter Intensität, was den Vormarsch des Waldbrandes verlangsamt oder stoppt.
Die Technik erfordert genaue Zeitabstimmung und Windaufmerksamkeit. Trupps zünden Gegenfeuer typischerweise an, wenn das Hauptfeuer noch 100 bis 300 Meter entfernt ist, abhängig von Terrain und Brennstoffmenge. Wenn sich die Windbedingungen unerwartet ändern, kann ein Gegenfeuer unkontrollierbar werden und mit dem Hauptfeuer verschmelzen, was eine größere Gefahr schafft. Aus diesem Grund werden Gegenfeuereinsätze nur von ausgebildetem Personal mit angemessener Ausrüstung und bereits festgelegten Fluchtwegen durchgeführt.
Das Gegenfeuer funktioniert, weil es die Brennstoffschicht entfernt (Gras, Sträucher, Totholz), die die Flammenausbreitung beschleunigt. In dichtem Wald kombinieren Trupps Gegenfeuer oft mit Handlöschtrupps, Brandstreifen bis zum Mineralboden und Wasserwürfen. Die Wirksamkeit hängt stark von der Brennstofffeuchte und dem Wetter ab: Ein Gegenfeuer in hoher Luftfeuchte brennt langsam und verbrennt möglicherweise nicht genug Brennstoff, bevor das Hauptfeuer ankommt, während eines bei starkem Wind unkontrollierbar werden kann. Die Hangneigung ist auch wichtig, da Feuer bergauf schneller ausbreitet.
Der Begriff stammt von der Ausbreitungsrichtung des Feuers im Verhältnis zur Hauptwindrichtung: das Gegenfeuer brennt gegen die herannahende Front. Es unterscheidet sich von einer AusbrennOperation, die Brennstoff in bereits verbrannten Bereichen entfernt, um einen breiteren Puffer zu schaffen, oder von einem Kontrollfeuer, das unter kontrollierten Bedingungen zur Vegetationsverwaltung oder Reduzierung der Brennstoffmenge gezielt gelegt wird.
Das Gegenfeuer gehört zu den gefährlichsten Bekämpfungstaktiken, da es Personal in die Nähe von aktiven Flammen bringt und Urteilsfällungen unter Zeitdruck erfordert. Es ist typischerweise das letzte Mittel, wenn Evakuierung unmöglich ist oder wenn hochwertige Infrastruktur verteidigt werden muss. In vielen Gerichtsbarkeiten dürfen nur Einsatzleiter und zertifizierte Brandoberleiter Gegenfeuereinsätze genehmigen.