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Industriebedarf, Maschinen und Bauteile

Brayer

Englisch: brayer

Handwerkzeug zum Drucken, in den USA oft eine Walze, zum Auftragen einer dünnen gleichmäßigen Farbschicht. Frühe Brayer mit senkrechtem Zylinder und einzelnem Griff waren dazu bestimmt, dicke Farben aufzulockern, bevor sie verteilt wurden.

Brayer: das Handwerkzeug zum gleichmäßigen Verteilen von Druckfarbe

Ein Brayer ist eine harte Walze auf einem Griff, mit der Druckfarbe gleichmäßig auf eine Fläche aufgetragen wird. In der modernen Anwendung ist es meist ein Zylinder aus Kautschuk oder Kunststoff mit einem Durchmesser von 5 bis 10 cm, montiert auf einem Holz- oder Kunststoffgriff senkrecht zur Walzenachse. Beim Überrollen von eingefärbten Platten oder Sieben verteilt er die zähflüssige Farbe in einer gleichmäßigen Schichtdicke von typischerweise 0,025 bis 0,125 mm, je nach Druckverfahren. Das Werkzeug ist unverzichtbar beim Handdruck, Hochdruck, Siebdruck und in der Lithografie.

Die ältesten Brayer, die ab dem 17. Jahrhundert verwendet wurden, waren massive Zylinder aus Leder oder Holz, oft mit einem einzelnen senkrechten Griff. Sie sollten nicht nur Farbe verteilen, sondern auch Klümpchen auflösen und die Steifheit von dick angerührter, schlecht gemischter Farbe vor dem Druck reduzieren. Moderne Brayer mit Kunststoffwalzen ersetzten diese, als synthetische Walzen verfügbar wurden und eine gleichmäßigere Härte sowie bessere Farbabgabe boten. Der Begriff stammt vom Verb "to bray", das Mahlen oder Zerdrücken bedeutet und die ursprüngliche Funktion des Werkzeugs widerspiegelt.

Härte und Material sind entscheidend

Die Zusammensetzung des Brayers beeinflusst die Farbübertragung direkt. Harte Kautschukwalzen (Shore-A-Härte um 80 bis 90) eignen sich gut für ölbasierte Farben und hinterlassen scharfe Details auf Hochdruckblöcken, sie nehmen Farbe nicht in die Walze selbst auf. Weichere Vinyl- oder Kunststoffwalzen (Shore A 40 bis 60) passen sich besser an unebene Oberflächen an und eignen sich für Farben auf Wasserbasis, können aber im Kunststoff Farbe einlagern. Die falsche Härte führt entweder zu flächiger Farbverteilung oder zu unerwünschtem Prägeeindruck auf der Unterlage.

Gewicht und Grifflänge beeinflussen Kontrolle und Ermüdung. Ein kleiner Brayer mit 4 cm Durchmesser eignet sich für Detailarbeiten auf Platten oder kleinen Blöcken, eine 10-cm-Walze deckt größere Flächen schneller ab, erfordert aber mehr Kraft. Berufliche Drucker haben oft mehrere Brayer zur Hand. Probleme entstehen, wenn die Walze durch Lagerung oder Gebrauch Flachstellen entwickelt oder wenn Farbreste in den Lagern verhärten und ungleichmäßiges Rollen verursachen. Regelmäßiges Reinigen mit geeigneten Lösungsmitteln (Terpentin für Ölfarben, Wasser für Wasserlacke) und aufrechte Lagerung verhindern die meisten mechanischen Verschleißerscheinungen.

Der Brayer sitzt zwischen der Farbquelle (Platte, Stein oder Block) und der Druckfläche. In einem typischen Arbeitsablauf wird Farbe auf einer sauberen Glas- oder Marmorplatte ausgewalzt, um sie zu verteilen und ihre Dicke zu reduzieren, dann bringt der Brayer sie zum Druckblock oder Sieb. Das Werkzeug ist nicht austauschbar mit anderen Verteilwerkzeugen wie Rakel (die Farbe durch Siebe drücken) oder motorisierte Walzen auf Druckmaschinen (die viel enger toleriert sind). Für jeden von Hand ausgeführten Druck bleibt der Brayer das Standardwerkzeug.

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