diaskopisch
Englisch: diascopic
Optisches Gerät, bei dem Licht das beobachtete Objekt durchdringt, anstatt von ihm reflektiert zu werden.
diaskopisch: Licht durchdringt das Objekt, wird nicht reflektiert
Ein diaskopisches optisches Instrument ist eines, bei dem Licht das zu untersuchende Objekt durchdringt, anstatt von seiner Oberfläche reflektiert zu werden. Der Begriff stammt vom griechischen Präfix dia, was durchdringen bedeutet, und skopein, was betrachten bedeutet. In der Praxis erfordern diaskopische Geräte ein gewisses Maß an Transparenz oder Transluzenz des Präparats und funktionieren durch Lichtdurchlässigkeit von einer Quelle hinter oder innerhalb des Objekts zum Auge oder Sensor des Beobachters.
Das häufigste diaskopische Instrument ist das Lichtmikroskop im Durchlichtmodus, bei dem Licht durch einen Glasträger mit einem dünnen Gewebeschnitt oder gefärbter Präparation und durch die Objektivlinse scheint, um ein vergrößertes Bild zu erzeugen. Overheadprojektoren arbeiten nach demselben Prinzip: Licht durchdringt eine transparente oder transluzente Folie, und eine Linse projiziert das durchgelassene Bild auf einen Bildschirm. Röntgenradiografie ist grundsätzlich auch diaskopisch, wobei die Lichtquelle jedoch elektromagnetische Strahlung anstelle sichtbarer Wellenlängen ist. Endoskope zur Inspektion transparenter oder halbdurchsichtiger Materialien sind diaskopische Instrumente.
Diaskopisch gegen episkopisch
Das Gegenstück ist episkopisch, das reflektiertes Licht bedeutet. Ein episkopisches Instrument, wie ein Stereomikroskop zur Untersuchung einer undurchsichtigen Mineralprobe oder eine Kamera zur Fotografie einer bemalten Oberfläche, hängt von Licht ab, das vom Objekt abprallt. Viele moderne optische Instrumente sind bifokale Geräte, die zwischen Durchlicht- und Auflichtmodi wechseln können; diese werden als diaepiaskopisch bezeichnet, wenn beide Funktionen verfügbar sind. Die Wahl zwischen Modi hängt vollständig von den Eigenschaften des Präparats und den benötigten Informationen ab.
Eine erfolgreiche diaskopische Abbildung erfordert, dass das Objekt genug Licht durchlässt, um ausreichenden Kontrast und Helligkeit am Detektor oder Auge zu erzeugen. Dicke oder dicht gefärbte biologische Präparate können das meiste Licht blockieren und erfordern hohe Lampenleistung oder kürzere Wellenlängen. Industrielle Anwendungen umfassen die Qualitätskontrolle von Glasplatten, dünnen Filmen oder Polymermembranen, wobei Transmissionsmessungen Fehler, Einschlüsse oder Dickenschwankungen aufzeigen. Das Verfahren versagt bei undurchsichtigen Metallen, Keramiken und beschichteten Oberflächen, bei denen kein transparenter Lichtweg vorhanden ist.
Der Begriff selbst wird in der modernen Praxis weniger häufig verwendet als die beschreibende Bezeichnung Durchlicht, bleibt aber in optischen Ingenieurspezifikationen und in älterer Mikroskopieliteratur Standard. Das Verständnis des Unterschieds zwischen diaskopischem und episkopischem Betrieb ist wesentlich bei der Auswahl von Instrumenten oder der Behebung von Bildqualitätsproblemen, besonders beim Wechsel zwischen Präparattypen oder beim Arbeiten in unbekannten Abbildungsmodi.