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Industriechemie

elektrochemische Reihe

Englisch: electrochemical series

Eine Liste der Metalle in der Reihenfolge ihrer Elektronegativität und damit ihrer Reaktivität.

Elektrochemische Spannungsreihe: Reaktivitätsrangfolge von Metallen und Ionen

Die elektrochemische Spannungsreihe (auch Aktivitätsreihe oder Reaktivitätsreihe genannt) ist eine geordnete Tabelle chemischer Elemente, üblicherweise Metalle, angeordnet nach ihrer Neigung, Elektronen abzugeben und positive Ionen zu bilden. Sie ist grundsätzlich eine Rangfolge von Standardreduktionspotenzialen, gemessen in Volt gegen die Standardwasserstoffelektrode bei 25 Grad Celsius. Elemente oben in der Reihe wie Kalium oder Magnesium geben Elektronen bereitwillig ab; diejenigen unten wie Gold oder Platin tun dies widerstrebend. Diese Rangfolge sagt voraus, ob ein Metall ein anderes aus einer Salzlösung verdrängt und wie heftig ein Metall in wässrigen Umgebungen korrodiert.

Die Reihe dient als praktisches Werkzeug zur Vorhersage spontaner chemischer Reaktionen ohne aufwändige Berechnungen. Ein Metall höher in der Reihe wird die Ionen eines beliebigen Metalls darunter reduzieren (verdrängen). Zum Beispiel verdrängt Zink Kupfer aus Kupfersulfatlösung, weil Zink über Kupfer steht und Elektronen bereitwilliger freisetzt. Umgekehrt kann Kupfer Zink nicht verdrängen. Dieses Prinzip ist grundlegend für metallurgische Verfahren, Elektroplattiertechnik und Korrosionsschutz. Das Kombinieren zweier Metalle aus weit entfernten Positionen in der Reihe erzeugt ein galvanisches Element und erzeugt elektrischen Strom, die Grundlage für Batteriebau.

Praktische Auswirkungen und Varianten

Industriebetriebe nutzen die elektrochemische Spannungsreihe zur Auswahl von Metallen für bestimmte Aufgaben. Zink, hoch in der Reihe positioniert, opfert sich bereitwillig und wird vielfach als Opferanode verwendet, um Stahlkonstruktionen und Rohrleitungen vor Korrosion zu schützen. Umgekehrt widerstehen Materialien wie Platin oder Gold, die unten stehen, der Oxidation und werden für Elektroden und chemische Behälter gewählt, wo Reaktivität minimal sein muss. Die Reihe erstreckt sich über reine Metalle hinaus auf häufige Ionenarten in Lösung, wodurch Chemiker Ionenverdrängungsreaktionen in der Fertigung und Abwasserbehandlung vorhersagen können.

Die Reihe ist nicht universell; sie gilt streng für wässrige Lösungen unter Standardbedingungen. In nicht wässrigen Medien oder bei erhöhten Temperaturen kann sich die Reihenfolge verschieben. Konzentration, Temperatur und pH beeinflussen alle tatsächlichen Reduktionspotenziale und erzeugen manchmal Ergebnisse, die Vorhersagen der standardmäßigen Reihe allein widersprechen. Aluminium zum Beispiel steht hoch in der elektrochemischen Spannungsreihe und sollte hochreaktiv sein, widersetzt sich aber der Korrosion in Luft, weil sich eine dünne Oxidschicht auf seiner Oberfläche bildet. Diese Passivierungsschicht schützt das darunter liegende Metall und zeigt, warum die Reihe allein nicht alle realen Verhaltensweisen erklären kann.

Der Begriff leitet sich aus der Messmethode ab: Potenziale werden durch elektrochemische Zellen bestimmt, üblicherweise mit einem Potentiostaten, um die Spannung zu messen, die erforderlich ist, um Oxidation oder Reduktion an einer Elektrodenoberfläche zu treiben. Standardwerte werden auf die Wasserstoffelektrode (definiert als 0,00 V) bezogen und als Reduktionspotenziale aufgezeichnet. Die Reihe entstand im 19. Jahrhundert mit der Entwicklung der Elektrochemie und bleibt grundlegend für chemische Technik, Materialwahl und Korrosionsmanagement in der industriellen Praxis.

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