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Messtechnik und Prüfung

Femtofarad

Englisch: femtofarad

SI-Einheit der elektrischen Kapazität gleich 10⁻¹⁵ Farad; Zeichen: fF.

Femtofarad: ein Billionstelstel eines Farads, gemessen in Luftspalten

Ein Femtofarad (fF) ist ein Billionstelstel eines Farads oder 10⁻¹⁵ Farads. Es misst die elektrische Kapazität, also die Fähigkeit eines Systems, elektrische Ladung zu speichern. Während das Farad selbst für praktische Arbeiten eine riesige Einheit ist, kommt das Femtofarad nur in der Präzisions-Metrologie vor. Dort messen Ingenieure die parasitäre Kapazität in Hochfrequenzschaltungen, bei der Kalibrierung von Sensoren und in Mess-Fixtures. In diesem Bereich entsteht Kapazität durch die Geometrie von Leitern, die durch Luft oder Dielektrikum getrennt sind, typischerweise über Abstände im Millimeterbereich oder darunter.

Die Kapazität ist umgekehrt proportional zum Abstand und direkt proportional zur Fläche der Leiteroberflächen. Ein Plattenkondensator mit 1 cm² Platten, die 1 mm Luft trennt, hat eine Kapazität von etwa 0,9 Pikofarads. Reduziert man diesen Abstand oder die Leiter-Fläche um den Faktor 1000, landet man im Femtofarad-Bereich. In Test-Equipment für Mikroelektronik liegen Kopplung zwischen Leiterbahnen und parasitäre Sonden-Kapazität regelmäßig zwischen Femtofarad und Pikofarad. Das Messen solch kleiner Werte erfordert abgeschirmte Fixtures, sorgfältige Erdung und Messinstrumente mit Eingangsimpedanzen im Teraohm-Bereich oder höher.

Wo Femtofarads in der Praxis wichtig sind

Präzisions-Impedanzanalysatoren und LCR-Messgeräte, die unterhalb von 1 pF messen können, zeigen typischerweise Femtofarad-Werte als Rest- oder Fixture-Kapazität an, die vor der Messung eines Prüflings auf Null abgeglichen werden muss. Bei Hochfrequenz-Sonden-Kalibrierung, besonders für S-Parameter-Messungen und Netzwerk-Analyse, geht es oft darum, parasitäre Pfade im Femtofarad-Bereich zu charakterisieren und zu beseitigen. Bei Sensor-Arbeiten, insbesondere mit Quarz-Resonatoren oder Ladungs-Verstärker-Schaltungen, kann parasitäre Kapazität im Anschluss, der Leitung oder dem Fixture das Signal-Rausch-Verhältnis verschlechtern, wenn man sie nicht berücksichtigt.

Das Femtofarad liegt an der Grenze dessen, was die meisten tragbaren Instrumente zuverlässig auflösen können. Standard-Multimeter erreichen diesen Bereich nicht; spezialisierte Labor-Ausrüstung ist erforderlich. In diesem Bereich führen Temperaturabweichung, Luftfeuchte und mechanische Vibrationen zu Mess-Rauschen, das größer ist als die Messgröße selbst. Abgeschirmte Test-Leitungen, geschützte Verbindungen und kontrollierte Umgebungen sind dann zwingend erforderlich, nicht mehr optional.

Der Begriff Femtofarad ist im alltäglichen Werkstatt-Jargon weniger verbreitet als Pikofarad oder Nanofarad, taucht aber regelmäßig in Datenblättern von Präzisions-Oszillatoren, HF-Test-Standards und Kalibrierreferenzen auf. Zu verstehen, wo das Femtofarad in der Kapazitäts-Hierarchie sitzt, hilft Technikern und Ingenieuren zu entscheiden, wann normale Instrumente nicht mehr ausreichen und wann sie zur metrologie-tauglichen Ausrüstung greifen müssen.

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