HDSL
Abkürzung für High-Bit-Rate Digital Subscriber Line
HDSL: schnelle Datenübertragung über Kupferleitungen ohne Entfernungsbeschränkungen
HDSL steht für High-bit-rate Digital Subscriber Line. Es ist ein Datenübertragungsstandard, der symmetrische Geschwindigkeiten von 1,544 Mbps (in den USA) oder 2,048 Mbps (international) über standard verdrillte Kupfertelefonleitungen überträgt, typischerweise vier Adern insgesamt. Im Gegensatz zu früheren xDSL-Varianten liefert HDSL die gleiche Geschwindigkeit in beide Richtungen und eignet sich damit für Anwendungen, die gleiche Upload- und Download-Kapazität benötigen, wie Frame-Relay-Verbindungen, Mietleitungsersatz und T1/E1-Backbone-Links.
Der Hauptvorteil von HDSL ist die Reichweite. Während ADSL die Upload-Geschwindigkeit opfert, um die Entfernung über 5 km hinaus zu erweitern, behält HDSL symmetrische Raten über Entfernungen bis zu 3,6 km, abhängig von Adernquerschnitt und Signalqualität. Dies wird durch fortschrittliche Line-Coding-Techniken wie 2B1Q (zwei binär, eine Quaternäre) erreicht, die zwei Bits in jedes Symbol kodiert, sowie durch Echo-Auslöschung, um übertragene und empfangene Signale auf demselben Adernpaar zu trennen. Die Verwendung mehrerer Kupferleitungen erhöht auch die Zuverlässigkeit und ermöglicht Lastverteilung über sie.
Einsatz und Niedergang
HDSL wurde in den 1990er und frühen 2000er Jahren populär, um T1- und E1-Schaltkreise zu kleinen Büros und entlegenen Standorten bereitzustellen, ohne neue Glasfasergräben ausheben zu müssen. Betreiber konnten schnellere, kostengünstigere Mietleitungen unter Verwendung des vorhandenen Telefonnetzes liefern. Allerdings machte die symmetrische Natur des Standards und die Entfernungsbeschränkung ihn anfällig für Konkurrenz. ADSL2+ bot höhere maximale Download-Geschwindigkeiten für Verbraucher, während Glasfaserausbau und VDSL2 schließlich sowohl Geschwindigkeit als auch Reichweitenüberlegenheit für Enterprise-Traffic boten.
Heute ist HDSL in entwickelten Märkten weitgehend veraltet, bleibt aber in älteren Installationen bestehen, besonders dort, wo Kupferleitungen immer noch T1- oder E1-Schaltkreise führen und eine Glasfaserrenovierung unrentabel ist. HDSL2, eine spätere Variante, verdoppelte die Geschwindigkeit auf 3,088 Mbps über etwas kürzere Entfernungen durch PAM-16-Kodierung (16-stufige Pulsamplitudenmodulation), erzielte aber nie nennenswerte Marktdurchdringung. Das Verständnis von HDSL bleibt wichtig für Außendiensttechniker, die ältere Telekommunikationsinfrastruktur warten.