Hochbelegungsspur
Englisch: high-occupancy vehicle lane
Eingeschränkte Verkehrsspur vorbehalten für Fahrzeuge mit Fahrer und mindestens einem Fahrgast, einschließlich Fahrgemeinschaften, Kleinbussen und Linienbussen
HOV-Spur: Fahrgemeinschaftsspur, die leer wird, wenn Einzelfahrer sie ignorieren
Eine High-Occupancy-Vehicle-Spur ist eine Verkehrsspur, die physisch oder rechtlich von Standardspuren getrennt ist und nur für Fahrzeuge mit einer Mindestanzahl von Insassen offen ist, normalerweise zwei oder drei Personen einschließlich des Fahrers. Die Überwachung erfolgt durch Sichtprüfung durch Verkehrspolizisten oder in einigen Rechtsgebieten durch automatisierte Kamerasysteme, die Kennzeichen von Fahrzeugen mit Verstößen fotografieren. Die Spur nimmt wertvollen Straßenraum ein, üblicherweise die linke oder einen separaten mittleren Korridor, um Mitfahrgelegenheiten zu belohnen und Staus in den Spitzenverkehrszeiten zu verringern.
Die Schwelle variiert je nach Region und Tageszeit. Viele Systeme setzen während der Stoßzeiten eine 2+-Besetzungsanforderung durch und erlauben dann Einzelfahrern in verkehrsarmen Stunden. Einige Rechtsgebiete bestimmen separate 3+-Spuren für den Express-Transit oder Kleinbusse und schaffen so ein gestaffeltes System. Busse, Motorräder und Elektrofahrzeuge erhalten oft unabhängig von der Besetzung Zugang, was Prioritäten bei der Transitkapazität und Emissionsreduktion widerspiegelt. Diese Ausnahmen schaffen perverse Anreize: Motorradfahrer gewinnen einen Geschwindigkeitsvorteil, auch als Einzelfahrer, und Einsitzer-Elektroautos können in ihren ersten Jahren auf der Straße ungerechtfertigten Zugang erhalten.
Die Wirksamkeit der Spur hängt ganz von der Einhaltung durch Fahrer und der Durchsetzungspräsenz ab. In schlecht überwachten Systemen steigen die Verstöße bei Staus und untergraben den Zweck der Spur. Umgekehrt können strikte Geldstrafen durch Überüberwachung (üblicherweise 100 bis 500 US-Dollar pro Verstoß) eher zu Einnahmen als zu Verhaltensänderungen führen. Die Spur erfordert auch eine zuverlässige Besetzungserkennung; einige Systeme nutzen Selbstmelde-Systeme oder Transponder, während andere auf Kameraverifizierung angewiesen sind, die bei getönten Fenstern oder verdeckten Fahrgästen Schwierigkeiten hat.
HOV-Spuren schaffen messbare Fahrzeitvorteil für Fahrgemeinschaften, was die Pendelzeit während der Spitzenverkehrszeiten oft um 5 bis 15 Minuten im Vergleich zu verstautem Normalverkehr verkürzt. Dies fördert die Bildung informeller Fahrgemeinschaftsnetzwerke und kommerzieller Kleinbus-Services. Sie verringern jedoch die Kapazität in Allzweckspuren und erhöhen manchmal die Staubildung für Einzelfahrer, auch wenn der Gesamtdurchsatz sich verbessert. Der Kompromiss ist umstritten: Fahrer zahlen die gleiche Treibstoffsteuer und Registrierungsgebühren, erhalten aber ungleichen Zugang zu öffentlich finanzierter Infrastruktur.
Der Begriff entstand in den 1970er-Jahren in Kalifornien als Werkzeug zur Stau- und Luftqualitätsbewirtschaftung, obwohl ähnliche Vorzugsspuren früher in anderen Ländern existierten. Die Logik behandelt die Fahrzeugbesetzung als Proxy für Effizienz: zwei Fahrgäste in einem Auto belegen halb so viel Spurbreite und Motorressourcen wie zwei Einzelfahrer. In der Praxis funktionieren HOV-Spuren am besten auf Strecken mit starken Transitalternativen, etablierter Fahrgemeinschaftskultur und konsistenter Durchsetzung. Sie scheitern in zersiedelten Regionen, wo Transit begrenzt ist und soziale Netzwerke für Mitfahrgelegenheiten schwach sind.