monostabil
Englisch: monostable
Mit mehr als einem Zustand, von denen nur einer stabil ist.
Monostabil: eine Schaltung, die an einer Stelle sitzt, bis sie angestoßen wird
Eine monostabile Schaltung ist ein elektronisches Bauelement oder eine Konfiguration mit genau einem stabilen Zustand. Wenn sie durch ein externes Signal ausgelöst wird, nimmt sie kurzzeitig einen zweiten Zustand für eine definierte Dauer an und kehrt dann automatisch in ihren stabilen Zustand zurück. Anders als eine bistabile Schaltung (die in dem Zustand bleibt, in den sie gesetzt wurde) oder eine astabile Schaltung (die kontinuierlich zwischen Zuständen oszilliert) erzeugt eine monostabile Schaltung bei jeder passenden Eingabe einen einzelnen, vorhersehbaren Impuls oder Übergang.
Das klassische Bauelement ist der monostabile Multivibrator, auch One-Shot genannt. Im Ruhezustand gibt er eine niedrige Spannung oder keine Ausgabe ab. Ein Auslöseimpuls am Eingang bewirkt, dass die Ausgabe für eine durch eine RC-Zeitkonstante bestimmte Dauer auf hohe Spannung springt (ein Widerstand und ein Kondensator zusammen). Wenn diese Zeit verstrichen ist, springt die Ausgabe unabhängig vom Eingangssignal zurück in ihren stabilen niedrigen Zustand. Die Dauer wird vom Entwickler festgelegt und hängt nicht davon ab, wie lange der Auslöseimpuls andauert.
Häufige Anwendungen und Ausfallarten
Monostabile Schaltungen werden verwendet, um mechanische Schalter zu entprellen, Zeitimpulse für Sensorsysteme zu erzeugen und pulsweitenmodulierte Steuersignale zu schaffen. In der industriellen Steuerung kann eine monostabile Schaltung einen kurzen Tastendruck in ein sauberes, kontrolliertes Signal umwandeln, das eine SPS zuverlässig erfassen kann. Sie schützen Schaltungen auch vor Prellkontakten: Ein Schalter, der innerhalb von Millisekunden mehrmals physikalisch Kontakt macht, löst die monostabile Schaltung nur einmal aus und liefert einen einzigen, sauberen Impuls stromabwärts.
Probleme entstehen, wenn die RC-Zeitkonstante durch Temperatur oder Alterung der Bauelemente abweicht, oder wenn das Auslösesignal zu schwach ist, um die Eingangsschwelle zu überwinden. Hochfrequentes Rauschen kann auch zu falschen Auslösungen führen. Die Schaltung kann als dediziertes IC (wie der 555-Timer im monostabilen Modus) oder aus diskreten Bauelementen wie Transistoren und passiven Komponenten aufgebaut sein.
Der Begriff "monostabil" stammt von griechischen Wurzeln mit der Bedeutung eines stabilen Zustands. Er unterscheidet dieses Verhalten klar von bistabilen Bauelementen (Flip-Flops), die unbegrenzt einen von zwei Zuständen halten, und von Oszillatoren, die keinen stabilen Zustand haben. In modernen digitalen Systemen wird monostabiles Verhalten oft in Firmware mit Zählern und Software-Timern nachgebildet, aber der Hardware-One-Shot bleibt wertvoll für die Konditionierung analoger Signale und Sub-Mikrosekunden-Timing, bei dem Software-Latenz inakzeptabel ist.