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Messtechnik und Prüfung

Nanohm

Englisch: nano-ohm

Eine SI-Einheit des elektrischen Widerstands gleich 10⁻⁹ Ohm. Symbol: nΩ

Nano-Ohm: Kontaktwiderstand messen, wo es zählt

Ein Nano-Ohm (nΩ) ist ein Milliardstel eines Ohms, eine Einheit zur Quantifizierung des elektrischen Widerstands in Situationen, in denen gewöhnliche Ohm-Messungen an Genauigkeit verlieren. Das Formelzeichen ist nΩ. Diese Skala existiert, weil viele kritische industrielle Verbindungen und Leiter mit so niedrigem Widerstand arbeiten, dass Messungen in Ohms zu unhandlichen Dezimalwerten führen; ein Kontaktwiderstand von 0,000000005 Ohms liest sich mit 5 nΩ deutlich klarer.

Das Nano-Ohm kommt in der praktischen Arbeit in drei Hauptbereichen vor. Erstens bei der Qualitätskontrolle von Elektrokontakten und Steckverbindern, wo der Kontaktwiderstand im einstelligen oder zweistelligen Nano-Ohm-Bereich oft eine Spezifikationsanforderung ist. Zweitens beim Prüfen großer Leiter wie Schienen, Kabelschuhe und Schweißverbindungen, wo der Widerstand verschwindend gering sein muss, um Wärmeerzeugung und Spannungsabfall über lange Strecken zu verhindern. Drittens bei der Kalibrierung von Präzisions-Messinstrumenten selbst, da Standardwiderstände und Shunts, die in Metrologie-Labors verwendet werden, in diesem Bereich arbeiten.

Messprobleme im Nano-Ohm-Bereich

Das Erfassen von Nano-Ohm-Widerständen erfordert Vierleitermessung (Kelvin-Messung), um den Leitungswiderstand und den Kontaktwiderstand des Messinstruments selbst auszuschalten. Ein Standard-Digitalmultimeter kann auf dieser Skala nicht auflösen; spezialisierte Micro-Ohm-Messgeräte oder Milli-Ohm-Messgeräte mit entsprechenden Messbereichen sind erforderlich. Der Widerstand der Messspitzen und ihrer Kontaktpunkte kann leicht den zu messenden Wert überschreiten, daher müssen Messfixtures sorgfältig mit stabilen, sauberen Verbindungen ausgelegt werden. Thermische Effekte werden ebenfalls erheblich: Temperaturänderungen von nur 0,1 °C können gemessene Werte bei manchen Materialien um mehrere Nano-Ohms verschieben.

Nano-Ohm-Messungen treten am häufigsten in der Luft- und Raumfahrt, der Stromverteilung und der Telekommunikationsinfrastruktur auf. Eine korrodierte Flugzeugrumpfverbindung kann sich von 2 nΩ auf 20 nΩ verschlechtern und damit eine unannehmbaren Impedanz einführen. Hochspannungs-Umspannwerkverbindungen, die unter 50 nΩ spezifiziert sind, verhindern kumulativen Verluste über tausende Meter von Leitern. Der Name ergänzt einfach das SI-Präfix Nano- (10⁻⁹) auf die Basiseinheit Ohm und folgt damit internationaler Standardkonvention für elektrischen Widerstand.

Häufige Fehler sind das Nichtbeachten von Temperaturkoeffizienten bei engen Spezifikationen, die Verwendung ungeeigneter Messinstrumente, die die erforderliche Auflösung nicht haben, und die Annahme, dass eine niedrige Widerstands-Verbindung über die Zeit stabil bleibt, ohne periodische Überprüfung. Der Kontaktwiderstand kann durch Oxidation, Korrosion oder mechanische Beanspruchung ansteigen, daher sind regelmäßige Nano-Ohm-Kontrollen für sicherheitskritische Systeme unerlässlich.

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