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Messtechnik und Prüfung

Nanoampere

Englisch: nanoampere

Eine SI-Einheit der elektrischen Stromstärke gleich 10⁻⁹ Ampere. Symbol: nA

Nanoampere: Milliardstel Ampere, Messung von Spurenströmen

Ein Nanoampere (nA) ist ein Milliardstel Ampere oder 10⁻⁹ A. Es gehört zum SI-Präfixsystem und wird verwendet, um extrem kleine elektrische Ströme zu quantifizieren, die durch Materialien, Sensoren und Schaltungen fließen, wo konventionelle Stromstärken bedeutungslos wären. Metrologie-Labore, Halbleiter-Prüfeinrichtungen und Hersteller von Präzisionsinstrumenten treffen auf Nanoampere-Ströme bei der Messung von Leckströmen, Isolationswiderstand, Photodioden-Ausgang und Sensor-Empfindlichkeit.

Das Nanoampere sitzt in einer Hierarchie kleiner Stromeinheiten. Darunter liegen das Picoampere (10⁻¹² A) und das Femtoampere (10⁻¹⁵ A), die noch spezialisierteren Einsatzgebieten in der Ultra-Hochempfindlichkeitsmessung und analytischen Chemie angehören. Darüber hinaus behandeln das Mikroampere (10⁻⁶ A) und das Milliampere (10⁻³ A) routinemäßige Sensor- und Steuersignale. Die Wahl der Einheit hängt von dem Messbereich des Instruments und dem Rauschpegel ab, den es überwinden muss.

Messungen im Nanoampere-Bereich erfordern Geräte mit extrem niedrigem Eingangsbiasstrom und niedrigem Rauschpegel. Digitale Multimeter, die für den allgemeinen Werkstatteratz ausgelegt sind, messen typischerweise bestenfalls bis zu Mikroampere herab. Nanoampere-Messungen erfordern spezialisierte Picoammeter oder Elektrometer, die hochohmige Eingangsstufen, abgeschirmte Verbindungen und sorgfältig isolierte Kabel einsetzen, um zu verhindern, dass Umgebungsstromlecks das Signal überlagern. Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Kabelkapazität werden bei dieser Größenordnung zu Fehlerquellen.

Typische Anwendungen und Fallstricke

Nanoampere-Messungen treten beim Isolationswiderstand-Test von Hochspannungsgeräten auf, wo selbst winzige Leckströme eine Verschlechterung signalisieren. Die Halbleiter-Wafer-Inspektion setzt auf Nanoampere-Messungen, um Gate-Leckstrom und Übergangs-Leckstrom in Transistoren zu erkennen. Photodioden, besonders in optischen Empfängern, erzeugen Nanoampere-Fotostrom, der verstärkt oder transimpedanz-gewandelt werden muss, um verwendbare Spannungen zu erhalten. Die Hauptherausforderung besteht darin, echtes Signal von Drift, thermischem Rauschen und elektrostatischer Einkopplung von benachbarten Geräten zu unterscheiden.

Die Bezeichnung selbst folgt der Standard-SI-Nomenklatur: Das Präfix Nano, vom Lateinischen für Zwerg, verbindet sich mit Ampere, der Einheit benannt nach André-Marie Ampère. In technischen Schriften und Gerätedokumentationen werden Nanoampere mit nA abgekürzt. Metrologen, die mit solchen Strömen arbeiten, sehen das Nanoampere als Testfeld für Instrument-Stabilität an, denn jede Störquelle, ob AC-Netzeinstreuung oder elektrostatische Entladung, wird sofort bei dieser Empfindlichkeit sichtbar.

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