NVMe
Abkürzung von Non-Volatile Memory Express; Protokoll für effizienten Zugriff auf typischerweise Solid-State-NVRAM über einen PCIe-Bus.
NVMe: schnelle Speicherkommunikation über PCIe-Lanes
NVMe ist ein Kommunikationsprotokoll, das Solid-State-Drives (SSDs) mit hoher Geschwindigkeit mit dem Motherboard eines Computers verbindet. Anders als ältere SATA-Laufwerke, die an einen Bus angeschlossen werden, der in den 2000er Jahren für Festplatten entwickelt wurde, nutzt NVMe die PCIe-Schnittstelle (PCI Express), die eine viel höhere Bandbreite hat. Ein NVMe-Laufwerk ist typischerweise eine kleine rechteckige Karte, etwa so groß wie ein Kaugummistreifen, die direkt in einen M.2-Slot auf dem Motherboard passt.
Der Geschwindigkeitsunterschied ist real und messbar. Eine SATA-SSD maxiert bei etwa 550 MB/s, weil die SATA-Schnittstelle selbst der Engpass ist. NVMe-Laufwerke über PCIe 3.0 erreichen 3.500 MB/s oder mehr; PCIe-4.0-Varianten kommen auf etwa 7.000 MB/s. Das spielt eine Rolle, wenn Sie große Dateien verschieben, Disk-Arrays neu aufbauen oder Datenbanken mit hohem E/A-Aufkommen betreiben. Das Protokoll reduziert auch die Latenz, indem es das Laufwerk ermöglicht, die CPU direkt zu unterbrechen, anstatt darauf zu warten, dass der Computer fragt, ob Daten bereit sind.
Varianten und praktische Anwendung
Die meisten Consumer- und Industrial-NVMe-Laufwerke nutzen jetzt den M.2-Formfaktor, aber das Protokoll selbst ist unabhängig von der physischen Form. Sie werden NVMe-Laufwerke auch als U.2-Karten (2,5-Zoll-Formfaktor) in Enterprise-Servern und als AIC-Module (Add-in-Card) in High-End-Workstations sehen. Die PCIe-Generation ist wichtig: Ein PCIe-3.0-Laufwerk funktioniert immer noch in einem PCIe-4.0-Slot, nutzt aber nicht die zusätzliche verfügbare Bandbreite. In Rechenzentren hat NVMe SAS-SSDs für sequenzielle und zufällige Lesevorgänge weitgehend verdrängt, weil das Kosten-pro-Durchsatz-Verhältnis jetzt niedriger ist.
Ausfälle bei NVMe-Laufwerken treten meist plötzlich auf. Anders als mechanische Laufwerke, die mit der Zeit Verschleiß zeigen können, baut sich Flashspeicher auf Grundlage von Schreibzyklen ab, und der Controller kann ohne Vorwarnung ausfallen. Thermische Drosselung ist auch bei hochperformanten Laufwerken unter Dauerlast üblich; wenn ein NVMe-Laufwerk zu heiß wird, verlangsamt es sich selbst, um Schäden zu vermeiden. In industriellen Umgebungen müssen Sie Laufwerktemperatur und Reservekapazität überwachen, weil ein ausgefallenes NVMe-Laufwerk oft nicht wiederhergestellt werden kann, wenn der Controller beschädigt ist.
Der Name "non-volatile memory express" spiegelt das Design der Hardware wider: non-volatile, weil Daten erhalten bleiben, wenn die Stromversorgung unterbrochen wird, und express, weil das Protokoll niedrige Latenz und hohen Durchsatz priorisiert. Es ersetzte den AHCI-Standard (Advanced Host Controller Interface), der festlegte, wie SATA-Laufwerke kommunizierten. NVMe ist jetzt der Standard für neue Systeme, und SATA-SSDs sind ein Legacy-Produktsegment geworden, das hauptsächlich für kostengünstige oder Nachrüstungsanwendungen am Leben erhalten wird, wo PCIe-Slots knapp sind.