optische Achse
Englisch: optical axis
Imaginäre Linie innerhalb eines optischen Systems, um die herum Rotationssymmetrie besteht
optische Achse: die Mittellinie der Symmetrie in einem optischen System
Die optische Achse ist die gerade Linie, die durch die Krümmungsmittelpunkte aller Linsen- und Spiegelflächen in einem optischen Instrument verläuft und um die herum das gesamte System rotationssymmetrisch aufgebaut ist. Bei einer einfachen Einzellinse verläuft sie senkrecht zur Linsenoberfläche durch deren geometrischen Mittelpunkt. In einem zusammengesetzten System wie einem Mikroskop oder einer Kamera ist sie der Weg, den das Licht nimmt, wenn es parallel zu dieser Linie eintritt und alle optischen Elemente in korrekter Ausrichtung durchläuft.
Die Genauigkeit der Ausrichtung der optischen Achse bestimmt die Bildqualität. Wenn Lichtstrahlen parallel zur optischen Achse verlaufen und ein korrekt ausgerichtetes System durchlaufen, konvergieren sie mit minimaler Aberration im Brennpunkt. Wenn ein Element auch nur um ein Zehntel Millimeter fehlausgerichtet ist, verschlechtern sphärische Aberration, Koma und Astigmatismus das Bild. Daher verwenden optische Bänke Präzisionsfassungen mit Verstellschrauben, die auf Mikrometer genau sind, und Hersteller legen Toleranzwerte fest, wie zum Beispiel 0,1 Grad für die Linsenkippung oder 0,05 mm für die axiale Dezentrierung.
Das Konzept unterscheidet zwischen achsnah und achsfern verlaufenden Strahlen. Achsnahe Strahlen verlaufen entlang oder sehr nah an der optischen Achse und erfahren symmetrische Aberrationen, die sich oft gegenseitig aufheben. Achsferne Strahlen, die unter Winkeln zur optischen Achse einfallen, treffen auf unterschiedliche Brennweiten in verschiedenen Meridionen, was zu Feldwölbung und Astigmatismus führt. Weitwinkelinstrumente müssen diese achsfernen Effekte durch sorgfältige Linsengestaltung und Anordnung kontrollieren.
Kollimator, Teleskope und Messinstrumente sind auf die Definition der optischen Achse für ihre Funktion angewiesen. Ein Laserstrahl muss auf die optische Achse eines Linsensystems ausgerichtet sein, um eine enge Fokussierung zu erreichen. Theodolite und optische Transitus nutzen die optische Achse als virtuelle Lotlinie beim Vermessen. In der Mikroskopie bestimmt die optische Achse, wo das Präparat positioniert werden muss; Objektträger, die dezentriert platziert sind, erscheinen verschwommen oder dunkel.
Der Begriff stammt aus der Symmetriegeometrie: eine Rotationsachse. Würde man ein ideal rotationssymmetrisches optisches System um diese Linie drehen, würde es in jeder Winkelposition identisch aussehen. Echte Systeme nähern sich diesem Ideal an, erreichen aber niemals perfekte Symmetrie; Herstellungstoleranzen und Materialunregelmäßigkeiten führen zu kleinen Abweichungen, die sich akkumulieren. Techniker nutzen Autokollimation, Interferometrie oder Laser-Ausrichtungswerkzeuge, um während der Montage und Reparatur zu überprüfen, dass Komponenten konzentrisch zur beabsichtigten optischen Achse ausgerichtet sind.