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Landtechnik

Entspitzung

Englisch: pinching

Das Entfernen von neuem Wachstum durch Entspitzen.

Entspitzen: Entfernung von Triebspitzen zur Förderung von buschigem Wuchs

Entspitzen ist das manuelle Entfernen der weichen Wachstumsspitze, des apikalen Meristems, von einem Pflanzentrieb. Der Begriff beschreibt sowohl die Handlung als auch das Ergebnis: Züchter entfernen die Endknospe buchstäblich mit Daumen und Zeigefinger oder schneiden sie mit der Gartenschere sauber knapp über einem Blattknoten ab. Dies stoppt das vertikale Wachstum der Pflanze und zwingt sie, ihre Energie in Seitentriebe in den Blattachseln darunter umzuleiten, wodurch eine dichter verzweigte Pflanzenstruktur entsteht.

In der kommerziellen Gartenbaupraxis wird das Entspitzen strategisch je nach Kultur zeitlich abgestimmt. Bei getopften Zierpflanzen wie Chrysanthemen, Geranien und Ringelblumen erfolgt der erste Schnitt, wenn der Sämling 5 bis 10 cm hoch ist; weitere Schnitte folgen mit dem neuen Wachstum, üblicherweise in Abständen von 2 bis 3 Wochen. Jeder Schnitt verzögert die Blüte um etwa 2 bis 3 Wochen, daher passen Züchter den Zeitpunkt an, um Zielblütetermine für den Verkauf zu erreichen. Gemüsezüchter entspitzen Fruchtgewächse wie Tomaten und Gurken, um die Rankenarchitektur und Belüftung zu kontrollieren und so Fruchtqualität und Krankheitsresistenz zu verbessern.

Das Verfahren funktioniert, weil das Entfernen der Endknospe die Quelle von Auxin eliminiert, dem Hormon, das das Wachstum von Seitenknospen hemmt. Ohne diese hormonale Dominanz werden schlafende Knospen entlang des Triebs aktiviert und entwickeln sich zu vollständigen Zweigen. Ein einziger Schnitt an einem jungen Sämling kann vier bis acht neue Triebe erzeugen; wiederholtes Entspitzen erzeugt eine vollere Pflanze bei geringerer Höhe, ein entscheidender Vorteil für Kulturen, die nach Topfgröße oder zum Versand verkauft werden.

Entspitzen erfordert Arbeitsaufwand und Geschick, um es konsistent auszuführen, ohne die Pflanze zu beschädigen oder Infektionen einzuschleppen. Die Schnittfläche ist anfällig für Pilz- und Bakterienbefall, wenn die Produktionsstätte feucht und schlecht belüftet ist. Werkzeuge müssen zwischen Pflanzen in hochwertigem Anbau desinfiziert werden, um die Ausbreitung von Viren zu verhindern. Zu häufiges Entspitzen kann die Marktfähigkeit verzögern oder, wenn es zu spät in der Saison erfolgt, eine Pflanze zu kurz für die Handelsklasse machen.

Moderne intensive Produktion setzt auf chemische Wuchsregulatoren wie Chlormequat oder Daminozide als Alternative zum manuellen Entspitzen, um Arbeitskosten zu senken, erfordert aber präzises Anwendungswissen. Dennoch bleibt manuelles Entspitzen Standard für hochwertige Zierpflanzen und für Kulturen, bei denen das Verzweigungsmuster präzise und für den Käufer beim Verkauf sichtbar sein muss.

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