QFET
Akronym für Quantenfeldeffekttransistor.
QFET: ein Transistor, der Quantentunneln nutzt
Ein QFET oder Quantum-Feldeffekttransistor ist ein Bauelement, das Quantenmechanisches Tunneln nutzt, um elektrische Signale zu schalten oder zu verstärken. Anders als herkömmliche Feldeffekttransistoren, die auf der Bewegung von Ladungsträgern über eine durch ein elektrisches Feld gesteuerte Potentialbarriere beruhen, ermöglicht ein QFET Elektronen, durch Barrieren zu tunneln, die in der klassischen Physik unüberwindbar wären. Dieses Tunneln tritt auf, wenn die Energiebarriere dünn und niedrig genug ist, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Elektron sie durchquert, erheblich wird.
Die grundlegende Struktur besteht aus einem schmalen leitfähigen Kanal, oft nur wenige Nanometer breit, mit einer Gateelektrode, die die Höhe und Breite einer Energiebarriere moduliert. In einer Variante mit resonantem Tunneln tunneln Elektronen durch zwei dicht beieinander liegende Potentialbarrieren, die durch einen Quantentopf getrennt sind. Wenn sich die Energie des Topfes mit der Energie des eingehenden Elektrons deckt, tritt resonantes Tunneln auf und der Strom fließt stark an. Eine Verstimmung der Ausrichtung blockiert den Strom fast vollständig. Dies erzeugt einen Bereich mit negativem differenziellem Widerstand, der in Oszillatoren und Schaltanwendungen nützlich ist.
Leistung und praktische Anwendung
QFETs bieten theoretische Vorteile in Geschwindigkeit und Energieeffizienz, da Tunneln nahezu augenblicklich ist und der Tunnelstrom im Vergleich zum klassischen Transistorleckstrom sehr klein sein kann. Allerdings sind sie äußerst empfindlich gegenüber Temperatur, angelegter Spannung und Gerätegeometrie. Kleine Schwankungen in Barrierenhöhe oder Breite ändern die Tunnelwahrscheinlichkeit drastisch. Fertigungstoleranzen von nur wenigen Nanometern werden kritisch, was QFETs teuer in der Massenfertigung und schwierig in der Integration mit Standard-Halbleiterprozessen macht.
Praktische Anwendungen sind begrenzt. Resonant-Tunneling-Dioden erscheinen in Mikrowellen-Oszillatoren, Hochfrequenzschaltern und einigen speziellen Sensorschaltungen. Reine QFETs als universelle Logik-Elemente haben sich nicht durchgesetzt, da sie präzise Bias-Bedingungen und exotische Materialien wie Galliumarsenid oder Indiumphosphid erfordern. Silizium-QFETs existieren experimentell, haben aber Bandabstimmungsprobleme und können mit herkömmlichem Silizium-CMOS bei Kosten oder Ausbeute noch nicht konkurrieren.
Der Name spiegelt die zugrunde liegende Physik: Das Bauelement ist ein Feldeffekttransistor, da ein angelegtes elektrisches Feld den Leitungspfad steuert, aber der Leitungsmechanismus ist Quantentunneln statt klassische Drift oder Diffusion. Die Forschung wird in Laboren fortgesetzt, besonders für Anwendungen, die extreme Geschwindigkeit bei Mikrowellen- und Millimeterwellen-Frequenzen erfordern, aber der industrielle Einsatz bleibt auf spezialisierte Militär- und Forschungsinstrumente beschränkt.