RS-MMC
Initialism für Reduced-Size MultiMediaCard.
RS-MMC: winzige Speicherkarte für eingebettete Systeme
Die RS-MMC ist eine Festwertspeicherkarte mit den Abmessungen 24 × 18 × 1,4 Millimeter, etwa halb so groß wie eine Standard-MultiMediaCard. Sie speichert Daten auf Flash-Speicher und verbindet sich mit Hostgeräten über eine 11-polige Schnittstelle für Stromversorgung, Masse, Taktleitungen und serielle Datenleitungen. Im Gegensatz zu ihrem vollformatigen Vorgänger wurde die RS-MMC für platzbegrenzte Geräte entwickelt: Industriedatenlogger, medizinische Instrumente, tragbare Messwerkzeuge und eingebettete Steuersysteme, bei denen ein CompactFlash-Slot oder SD-Kartenleser einfach keinen Platz hat.
Elektrisch arbeitet die RS-MMC mit 3,3 Volt und kommuniziert entweder über SPI (Serial Peripheral Interface) oder ein synchrones 1-Bit- oder 4-Bit-Protokoll aus dem MMC-Standard. Die Datenübertragungsraten liegen je nach Karte und Hostimplementierung bei etwa 20 Megabyte pro Sekunde. Die typischen Kapazitäten reichten während der Marktzeit der Karte von 32 Megabyte bis 512 Megabyte, mit Peak in den frühen 2000er Jahren.
Es gab zwei physikalische Varianten: die Standard-RS-MMC mit vorstehenden Kontakten und die Push-Push-RS-MMC mit federgestütztem Verriegelungsmechanismus. Eine später entwickelte verkleinerte Variante, die MMCmobile, kombinierte RS-MMC-Abmessungen mit verbesserter Geschwindigkeit und höheren Kapazitäten, aber beide Kartentypen sind heute schwer erhältlich. Der Aufstieg der microSD-Karte, die höhere Dichte und schnellere Geschwindigkeiten in noch kleinerem Format bietet, verdrängte die RS-MMC ab dem späten 2000er Jahren aus den meisten neuen Designs.
Im Feldeinsatz entstehen RS-MMC-Ausfälle typischerweise durch Kontaktkorrosion, mechanische Belastung des dünnen Kartenkörpers und Firmware-Eigenheiten älterer Hostgeräte, die die MMC-Spezifikation nicht vollständig umsetzten. Das Fehlen eines Verriegelungsmechanismus bedeutete, dass Karten rückwärts oder schräg eingesteckt werden konnten, was beschädigte Stifte und defekte Sockel riskierte.
Der Begriff ‚verkleinerte Größe' bezieht sich streng auf die physikalische Verkleinerung der Karte im Vergleich zum Original-MMC-Standard und hat keine Auswirkung auf die Speicherkapazität. Viele alte Industriegeräte setzen immer noch auf RS-MMC für Konfigurationsspeicher oder Datenerfassung, wodurch Kompatibilität bei Wartungs- und Nachrüstarbeiten ein praktisches Anliegen ist.