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Energie und Versorgung

Schlupf

Englisch: slip

Die Differenz zwischen der tatsächlichen und der synchronen Drehzahl eines Asynchronmotors.

Schlupf: die Drehzahlverzögerung, die Asynchronmotoren funktionsfähig macht

Schlupf ist die prozentuale Differenz zwischen dem rotierenden Magnetfeld im Asynchronmotor und der tatsächlichen Drehzahl des Läufers. Bei einem Drehstrommotor mit 60 Hz in Nordamerika dreht sich das Magnetfeld mit 1800 U/min (synchrone Drehzahl). Wenn die Welle mit 1750 U/min läuft, beträgt der Schlupf etwa 2,8 Prozent. Diese Verzögerung ist kein Fehler, sondern der Mechanismus, der den Motor befähigt, ein Drehmoment zu erzeugen.

Die Physik ist einfach. Das rotierende Magnetfeld induziert Strom in den Läuferstäben nur dann, wenn eine Relativbewegung zwischen Feld und Läufer besteht. Würde der Läufer die synchrone Drehzahl erreichen, flösse kein Strom, es entstünde keine magnetische Kraft, und der Motor würde stehen bleiben. Schlupf muss vorhanden sein, damit der Läufer die Kraft erfährt, die ihn dreht. Bei Volllast laufen die meisten industriellen Asynchronmotoren mit Schlupfwerten zwischen 2 und 5 Prozent.

Bei Leerlauf ist der Schlupf minimal, etwa 0,5 bis 1 Prozent. Mit steigender mechanischer Last verlangsamt sich der Läufer, der Schlupf nimmt zu, und mehr Strom fließt durch den Läufer. Dieser erhöhte Strom erzeugt eine stärkere magnetische Bremskraft, die das zusätzliche Drehmoment liefert, um die Last zu drehen. Ein für 1800 U/min ausgelegter Motor läuft unter Nennlast möglicherweise mit 1700 U/min. Wenn ein Motor stillsteht (Läufer blockiert), erreicht der Schlupf 100 Prozent und voller Läuferstrom fließt, was zu schneller Erwärmung führt.

Der Schlupf variiert je nach Motorausführung. Standardmotoren haben bei Nennlast einen Schlupf von etwa 3 bis 4 Prozent. Hochschlupfmotoren, die in Anwendungen mit hohem Anfahrtsdrehmoment verwendet werden, können einen Schlupf von 5 bis 10 Prozent oder mehr bei Volllast aufweisen. Diese Motoren nutzen ein Läuferstabmaterial mit höherem Widerstand, um die Drehmomentkurve zu erhöhen. Niedrigschlupfmotoren, die dort eingesetzt werden, wo Energieeffizienz und konstante Drehzahl entscheidend sind, haben einen Schlupf von 1 bis 2 Prozent und sind bei Pumpen- und Ventilatorantrieben verbreitet.

Die Messung des Schlupfs erfordert die Kenntnis sowohl der synchronen Drehzahl (bestimmt durch Netzfrequenz und Polpaarzahl) als auch der tatsächlichen Drehzahl (gemessen mit einem Drehzahlmesser). Die Formel ist einfach: Schlupf in Prozent gleich (synchrone Drehzahl minus tatsächliche Drehzahl) geteilt durch synchrone Drehzahl, mal 100. Ein Anstieg des Schlupfs über den Normalwert hinaus kann auf Lagerverschleiß, Läuferstabbruch oder Überbelastung hindeuten. In Energieversorgungs- und Industrieanlagen wird der Schlupf überwacht, um Motorausfälle vorherzusagen und den tatsächlichen Stromverbrauch zu berechnen.

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