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Kfz-Technik

Winterreifen

Englisch: snow tire

Ein Reifen mit Gummi, das bei den meisten Wintertemperaturen weich bleibt und die Bodenhaftung auf Schnee und Eis gewährleistet; historisch zeigen diese Reifen geringere Haltbarkeit auf Asphalt, besonders bei höheren Temperaturen.

Winterreifen: Wintergriff auf gefrorenen Straßen

Ein Winterreifen ist ein spezieller Pneumatikreifen für die Wintersaison, konstruiert um auf Schnee und Eis die Bodenhaftung zu bewahren. Er nutzt eine Gummimischung, die bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius geschmeidig bleibt, während Standard-Ganzjahresreifen unter diesen Bedingungen verhärten und die Griffigkeit verlieren. Das Laufflächenmuster enthält zahlreiche kleine Einschnitte, sogenannte Lamellen, typischerweise 200 bis 300 pro Reifen, die in Schnee- und Eiskristalle eingreifen. Die Gummimischung enthält mehr Naturkautschuk und weniger Ruß als Sommermischungen, um die Elastizität in der Kälte zu erhalten. Die Profiltiefe eines Winterreifens liegt anfangs höher als bei Ganzjahresreifen, meist 10 bis 12 mm statt 8 mm, was eine längere Leistungsfähigkeit während des Verschleißes ermöglicht.

Winterreifen funktionieren am besten unter 7 Grad Celsius; über dieser Schwelle erzeugt das weichere Gummi übermäßige Wärme und verschleißt schnell. Ein Winterreifen auf trockener Fahrbahn bei 15 Grad Celsius verliert in einer Saison normaler Fahrten 25 bis 30 Prozent seiner Profiltiefe und ist daher für den Ganzjahreseinsatz in gemäßigten Klimazonen unwirtschaftlich. Umgekehrt wird ein Ganzjahresreifen unter Null Grad gefährlich hart und erhöht den Bremsweg auf Eis um 10 bis 20 Meter aus Autobahngeschwindigkeit.

Winterreifen werden nach regionalen Standards für Winterverhältnisse klassifiziert. In Nordamerika zeigt das Three-Peak Mountain Snowflake Rating hohe Winterleistung an. Europäische Winterreifen können das Alpine-Symbol tragen oder die ISO-19620-Tests erfüllen. Spikesreifen, die Metallstifte in das Gummi eingebettet haben, bieten überlegene Eishaftung, beschädigen aber Asphaltstraßen und sind in vielen Ländern verboten oder beschränkt. Reifen ohne Spikes nutzen nur die Lamellengeo­metrie und die Gummimischung zur Haftungserzeugung und sind dort bevorzugt, wo sie zulässig sind.

Kosten und Eigentümerpflege

Ein Winterreifen kostet typischerweise 15 bis 30 Prozent mehr als ein vergleichbarer Ganzjahresreifen. Viele Fahrer in kalten Klimazonen kaufen einen zweiten Radsatz mit montierten Winterreifen und wechseln diese saisonal, wodurch der Ganzjahresreifen-Satz geschont und der Verschleiß auf zwei Sätze verteilt wird. Diese Praxis verlängert die Lebensdauer beider Sätze und ist in Nordeuropa und Kanada Standard.

Winterreifen verlieren ihren Vorteil bei Laufleistungen über 40.000 bis 50.000 Kilometer, wenn die Lamellendichte nachlässt und die Gummieigenschaften schwinden. Ein Winterreifen mit 4 mm Profiltiefe bietet nur noch marginale Griffungsvorteile gegenüber einem Ganzjahresreifen, was die typische Lebensdauer von vier bis sechs Saisons bei sorgfältiger Winternutzung erklärt. Reifendruck-Überwachungssysteme müssen die Gummihärte berücksichtigen: ein richtig aufgepumpter Reifen bei minus 10 Grad Celsius zeigt an einem digitalen Manometer niedrigeren Druck als bei 20 Grad, was beim saisonalen Wechsel eine Anpassung erforderlich macht.

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