Southbridge
Englisch: southbridge
Sekundärer Mikroprozessor, der mit dem Prozessor nur über die Northbridge verbunden ist.
Southbridge: der Verkehrsregler des Prozessors für langsame Geräte
Der Southbridge ist ein Mikrochip, der Ein- und Ausgabeoperationen (I/O) auf einem Computer-Mainboard steuert. Er sitzt in der Bus-Hierarchie unterhalb des Northbridge und verwaltet die Verbindungen zu langsameren Peripheriegeräten: USB-Anschlüsse, SATA-Speichercontroller, Ethernet, Audio-Codecs und Legacy-Schnittstellen wie PS/2. Er verbindet sich nicht direkt mit dem Prozessor; stattdessen fließen alle seine Signale durch den Northbridge, der als Vermittler für Speicher und Grafik fungiert.
Der Southbridge entstand aus der Chipset-Architektur der Intel-440BX-Ära (späte 1990er Jahre), als die steigende Systemkomplexität eine klare Aufgabenteilung erforderte. Der Northbridge übernahm hochfrequente, latenzempfindliche Aufgaben; der Southbridge alles andere. Dieses Zwei-Chip-Design setzte sich über Jahrzehnte hinweg auf Intel-, AMD- und ARM-Plattformen durch, da es das Board-Layout vereinfachte und eine unabhängige Optimierung jeder Funktion ermöglichte.
Funktionsweise und Datenfluss
Daten vom Prozessor oder Speicher, die für ein USB-Gerät, eine Festplatte oder eine Netzwerkschnittstelle bestimmt sind, müssen zuerst durch den Northbridge fließen und dann über einen dedizierten Bus zum Southbridge (historisch der PCI-Bus, später PCI Express). Der Southbridge verwaltet auch die Echtzeituhr des Systems, den BIOS/UEFI-Flashspeicher und Temperatursensoren. Bei älteren Boards steuerte er auch die Energieverwaltungszustände. Die Bandbreite zwischen Northbridge und Southbridge ist typischerweise viel geringer als die Bandbreite zwischen Prozessor und Speicher, weshalb schnelle Speichermedien (NVMe-SSDs) schließlich direkt zum Northbridge oder zum Prozessor selbst wanderten.
Moderne Plattformen haben den separaten Southbridge weitgehend aufgegeben. Integrierte Chipsets wie Intels Platform Controller Hub (PCH) und AMDs Promontory vereinigen die Southbridge-Funktionalität auf einem einzelnen Die zusammen mit einigen Northbridge-Aufgaben. Auf High-End-Server- und Workstation-Boards ist die Southbridge-Funktion manchmal auf mehrere Controller-Chips verteilt. Dennoch bleibt die funktionale Rolle gleich: alles, das nicht Prozessor, Arbeitsspeicher oder GPU-Grafik ist, durchläuft eine Southbridge-äquivalente Stufe.
Southbridge-Ausfälle zeigen sich typischerweise durch USB-Trennungen, Speicher-Timeouts, Ethernet-Paketverluste oder Boot-Hänger, wenn der BIOS-Chip nicht gelesen werden kann. Da der Chip so viele Signalleitungen trägt und mit 3,3 Volt oder niedriger betrieben wird, ist er anfällig für elektrostatische Entladung, thermische Belastung und alternde Kondensatoren in den Stromversorgungsschienen. Eine Beschädigung eines Southbridge erfordert normalerweise den vollständigen Austausch des Chips, was bei den meisten Consumer-Boards eine Feldrepatur ausschließt.