SSL
Abkürzung für Start-Stop Logic, eine Steuerlogik zum Starten und Stoppen von Prozessen.
SSL: Schaltlogik, die untätige Maschinen stromlos schaltet
Start-Stop Logic (SSL) ist ein Steuerschema, das die Hauptstromversorgung einer Maschine oder eines Teilsystems automatisch trennt, wenn es Inaktivität erkennt, und die Versorgung wiederherstellt, sobald Bedarf entsteht. Im Gegensatz zu einem einfachen Ein-Aus-Schalter nutzt SSL Sensoren und Timer, um diese Entscheidung ohne Bedienereingrieff zu treffen. Die Logik überwacht typischerweise Parameter wie Produktionsrate, Zyklus-Fertigstellung oder Steuersignale; wenn innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters keine Signale ankommen, löst ein Schütz oder Relais den Hauptschutzschalter aus oder trennt die Versorgung von unkritischen Verbrauchern.
SSL unterscheidet sich von Sanftanlauf- oder Niederspannungsverfahren, die die Stromzufuhr schrittweise hochfahren, um Einschaltstoßströme zu vermeiden. SSL ist ein harter Schnitt, das heißt die volle Versorgungsspannung fällt auf null. Dies ist wertvoll in energieintensiven Industrien: eine Hydraulikpresse, eine Spritzgussmaschine oder eine große motorgetriebene Pumpe können erhebliche Leerlaufströme ziehen, auch wenn sie stillstehen. Durch das komplette Unterbrechen der Versorgung für Minuten oder Stunden der Inaktivität können Anlagen mit zyklischem oder unterbrochenem Betrieb 10 bis 30 Prozent der Betriebsenergie zurückgewinnen.
Umsetzung und Varianten
Eine einfache SSL-Schaltung nutzt ein Timermodul (elektronisch oder elektromechanisch), das mit der Maschinenüberwachung verknüpft ist. Häufige Sensoren sind Zyklus-Fertig-Schalter, Stromwandler im Hauptversorgungsstrang oder Logikeingänge von einer speicherprogrammierten Steuerung. Wenn der Timer von seinem Einstellwert (oft einstellbar von 5 bis 60 Minuten) ohne Reset-Signal herunterzählt, entwertet er die Schützspule, und die Last fällt ab. Ein manueller Übersteuerungsschalter oder "Halten"-Taste ermöglicht es Bedienern, die Stromversorgung während der Rüstung oder Wartung aktiv zu halten. Ausgefeiltere Versionen sind mit Energiemanagementsystemen verbunden und protokollieren Leerlaufphasen zur Überprüfung.
Die Hauptbeschränkung ist die Wiederanlaufverzögerung: Motoren und Pumpen benötigen 2 bis 10 Sekunden, um nach SSL-Stromunterbrechung wieder auf Betriebsdrehzahl zu beschleunigen. SSL eignet sich daher eher für Prozesse mit natürlichen Pausen zwischen Produktionsläufen als für schnelle Schaltzyklen. Thermischer Schock ist eine sekundäre Sorge; der plötzliche Wegfall der Kühlmittelzirkulation in einer Spindel oder einem großen Induktionsmotor kann Ausdehnungsspannungen verursachen, wenn das System keine Abkühlungszeit hat. Einige Designs enthalten eine kurze Auslaufphase, wobei ein Gebläse betrieben oder eine Niedrig-Dauer-Zirkulation für etwa 30 Sekunden vor der vollständigen Abschaltung aufrechterhalten wird.
SSL ist am häufigsten in Metallverarbeitungsbetrieben, Kunststoffverarbeitung und Sägewerken anzutreffen, wo Maschinen in Chargen laufen und zwischen Jobs stillstehen. Sie ist weniger nützlich in kontinuierlichen Prozessindustrien wie Petrochemie, wo Geräte selten abgestellt werden. Der Begriff stammt aus der industriellen Elektrosteuerung und erscheint am häufigsten in Nachrüstprojekten zur Energieeffizienz und in der Spezifikation von speicherprogrammierten Steuerungen und Frequenzumrichtern mit integrierten Leerlauf-Abschalt-Modi.