Superfloppy
Englisch: superfloppy
Platte in ungefähr der Größe einer Diskette, aber mit wesentlich größerer Speicherkapazität.
Superfloppy: die Brücke zwischen Diskette und moderner Speicherung
Ein Superfloppy ist ein tragbarer magnetischer oder optischer Datenträger im 3,5-Zoll-Format oder kleiner, konzipiert für eine Kapazität von 10 bis 250-mal so viel wie eine Standard-Diskette mit 1,44 MB. Die bekanntesten Beispiele sind das Iomega-Zip-Laufwerk (100-MB- oder 250-MB-Cartridges) und LS-120-Laufwerke, die 120-MB-Disks in einer diskettenschlanken Form nutzten. Diese Geräte entstanden Mitte der 1990er Jahre, um die Lücke zwischen günstigen Diskettenspeichern und teuren Festplatten zu schließen. Sie blieben praktisch für portablen Datentransport und Sicherung, bis USB-Flash-Speicher sie um 2005 obsolet machten.
Der Name setzt sich aus "super" (größere Kapazität) und "floppy" (das vertraute Format und die Schnittstelle) zusammen. Trotz des Namens sind die meisten Superfloppys keine echten Disketten: Sie verwenden starre Cartridges mit Lese-Schreib-Köpfen, die das Medium kontaktieren, oder in manchen Fällen optische Technologie. Die Zip-Disk nutzt beispielsweise einen piezoelektrischen Aktuator, um einen Lese-Schreib-Kopf mit außergewöhnlicher Präzision über ein 100-MB-Magnetmedium zu positionieren. Das ermöglichte eine deutlich höhere Spurdichte als eine klassische Diskette, während die Hardware kompakt genug blieb, um neben Diskettenlaufwerken auf Schreibtischen Platz zu finden.
Warum sie wichtig waren und warum sie scheiterten
Superfloppys boten einen echten Vorteil für Ingenieure und Designer, die CAD-Dateien, Design-Datenbanken oder Videomaterial zwischen Arbeitsplätzen transportieren mussten. Eine einzelne Zip-Disk konnte das speichern, wofür man 70 Disketten brauchte. Auch bei Installationssoftware und Softwareverteilung zeigten sie Nutzen: Viele Hersteller lieferten Zip-Laufwerke als Alternative zu CD-ROM-Laufwerken. Die Laufwerke selbst kosteten zwischen 150 und 300 USD, was für Profis gerechtfertigt war, aber für Privatanwender teuer.
Die Technologie litt unter zwei kritischen Schwächen: Zuverlässigkeit und Kompatibilität. Zip-Disks waren für den sogenannten "Click of Death" berüchtigt, einen Kopfcrash, der das Medium unlesbar machte. Außerdem gab es keinen Industriestandard; Iomega dominierte zwar, aber das LS-120-Format konkurrierte im gleichen Bereich und zersplitterte den Markt. Sobald USB-Sticks schnell genug und billig genug für Datentransport wurden (etwa 2003-2005), boten sie bessere Geschwindigkeit, Kompatibilität und keine mechanischen Ausfallmodi. Der Superfloppy verschwand innerhalb eines Jahrzehnts.
In Kontexten mit Altgeräten, etwa in der Industrie und Medizintechnik, halten sich einige Superfloppys hartnäckig. Ältere CNC-Maschinen, Laborgeräte und Bildgebungssysteme wurden mit Zip-Laufwerken als Standard-Transfermedium ausgeliefert und haben manchmal keine USB-Anschlüsse. Datenrettungsdienste lagern immer noch Laufwerke und Cartridges, um archivierte Dateien aus diesen Systemen zu extrahieren, was den Superfloppy zur wiederkehrenden Kuriosität in der Geräteservice- und Forensikarbeit macht.