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Elektrotechnik

Tickler-Spule

Englisch: tickler coil

Kleine Spule in Serie mit der Anode einer Elektronenröhre und gekoppelt mit dem Gitter zur Rückkopplung.

Rückkopplungsspule: regenerative Gegenkopplung für Röhrenverstärker

Eine Rückkopplungsspule ist eine kleine Induktivität, die in den Anodenstromkreis einer Elektronenröhre eingebaut und induktiv mit dem Gitterstromkreis gekoppelt ist. Sie ermöglicht es, einen Teil des verstärkten Signals zurück auf den Eingang zu führen und das Eingangssignal zu verstärken. Diese regenerative Gegenkopplung erhöht die effektive Verstärkung der Stufe und macht die Röhre empfindlicher und selektiver. Das Verfahren war zentral für die frühe Radioempfänger-Entwicklung, bevor sich Überlagerungsempfänger durchsetzten.

Die Spule funktioniert durch gegenseitige Induktion: Der wechselnde Strom in der Anodenseite induziert eine Spannung in der benachbarten Gitterspule und addiert sich zum eingehenden Signal. Die Kopplung ist absichtlich lose und einstellbar, üblicherweise durch einen regelbaren Transformator oder durch gegenseitiges Verdrehen der beiden Spulen. Zu starke Gegenkopplung führt zu Oszillationen und macht die Stufe unbrauchbar; zu schwache bringt keinen Gewinn. Der Bediener musste die Gegenkopplung ständig nachstellen, um Stabilität zu wahren und gleichzeitig die Empfindlichkeit zu maximieren.

Praktische Varianten und Grenzen

Rückkopplungsspulen wurden auf Ferrit- oder Luftkernen gewickelt, meist mit Primärwindungen von 50 bis 500 Windungen je nach Röhrentyp und Arbeitsfrequenz. Bei Radiofrequenzen waren sie oft Teil eines abgestimmten Anodenkreises. Das Verfahren war besonders verbreitet in regenerativen Empfängern mit Trioden im Mittelwellenbereich (AM), wo Selektivität und Verstärkung entscheidend waren. Manche Ausführungen nutzten kapazitive statt induktive Gegenkopplung nach demselben Prinzip.

Das Verfahren geriet Mitte des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit, da es sorgfältige manuelle Nachjustage erforderte, anfällig für Drift und Oszillationen war und in mehrstufigen Verstärkern schlecht funktionierte. Moderne Transistorschaltungen erreichten vergleichbare oder bessere Leistungen mit stabileren Gegenkopplungskonzepten. Der Begriff ist in der aktiven Schaltungstechnik heute veraltet, obwohl das zugrunde liegende Prinzip der positiven Rückkopplung in Spezialanwendungen wie parametrischen Verstärkern noch nützlich ist.

Der Name spiegelt die Funktion wider: Sie kitzelt das Gitter, treibt es durch verstärkende Gegenkopplung an den Rand der Regeneration. Radiobediener der 1920er und 1930er Jahre wurden Meister darin, die feinfühlige Einstellung zu beherrschen, die nötig war, um eine Rückkopplungsspule im Grenzbereich zwischen Regeneration und unkontrollierter Oszillation zu halten.

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