Unterhand
Englisch: underhand
Die untere von zwei Händen, die Hand unter dem Werkstück.
Unterhand: der untere Griff bei beidhändiger Arbeit
In der Fertigung und Metallbearbeitung ist die Unterhand die Hand, die während beidhändiger Arbeiten unter dem Werkstück positioniert ist. Sie bietet Halt, Kontrolle und übt oft Druck von oben aus, während die andere Hand (die Oberhand) von oben führt oder kraft ausübt. Die Unterhand trägt erhebliche Last und muss einen stabilen Griff bewahren, trotz Vibration, Hitze oder plötzlichem Werkzeugwiderstand.
Die Unterhand ist am kritischsten beim Feilen, Hobeln und Meißeln. Beim Feilen einer ebenen Fläche stützt die Unterhand das Werkstück von unten ab, um es eben zu halten und ein Wippen zu verhindern. Beim Hobeln hält sie das Werkstück gegen den Schubriegel und fängt die Rückschlagkraft auf. Der Griff selbst variiert je nach Aufgabe: eine flache Handfläche für breite Unterstützung, eine hohle Hand für kleines Material oder eine geklemmte Position für schwere Teile. Größere oder schwerere Werkstücke können erfordern, dass die Unterhand einen Schraubstock oder eine Spannvorrichtung hält, statt das Werkstück selbst zu greifen.
Kontrolle und Sicherheit hängen stark von Position und Druck der Unterhand ab. Ein schwacher Unterhand-Griff lässt das Werkstück verrutschen, was die Ebenheit ruiniert und Ratternmarken erzeugt. Zu viel Druck mit der Unterhand kann den Arbeiter ermüden oder das Werkzeug blockieren. Die Unterhand muss auch außerhalb der Schnittrichtung bleiben; ein Ausrutscher des Oberhand-Werkzeugs kann die stützende Hand verletzen, wenn sie direkt im Weg des Werkzeugs liegt. Erfahrene Arbeiter positionieren die Unterhand leicht vor dem Werkzeug, sodass sie das Werkstück bei Kontakt wegschieben kann.
Der Begriff Unterhand unterscheidet sich von ähnlichen Konzepten in anderen Gewerken. Beim Heben oder Materialhandling bezieht sich Unterhand auf Greifen mit nach oben zeigenden Handflächen; in der handwerklichen Fertigung bedeutet es einfach die untere der zwei Hände, die ein einzelnes Werkstück bearbeitet. Die Oberhand-Unterhand-Paarung erscheint bei unzähligen beidhändigen Arbeiten: Hobeln, Feilen, Sägen, Meißeln und Schleifen. Diese Arbeitsteilung mit einer Hand zur Führung und einer zum Halten bleibt fundamental für die Handwerkzeugtechnik, trotz des Aufstiegs maschineller Fertigung.