VHF
Abkürzung für Very High Frequency.
VHF: Radiowellen zwischen 30 und 300 Megahertz
VHF besetzt das Radiospektrum von 30 bis 300 MHz, ein Bereich zwischen KW (Kurzwelle) und UHF (Ultrahochfrequenz). In der Industrie und im gewerblichen Betrieb werden VHF-Bänder für FM-Rundfunk, Fernsehsignale, Flugfunk, Seefunk und Betriebsfunk genutzt. Die Wellenlänge bei VHF liegt etwa zwischen 1 und 10 Metern, kurz genug, dass Richtantennen praktisch werden, aber lang genug, um mit angemessener Zuverlässigkeit über die optische Sichtlinie hinweg durch Luftschichten und Hindernisse zu propagieren.
Innerhalb von VHF wird das Band von Regulierungsbehörden unterteilt. Das UKW-Rundfunkband belegt 88 bis 108 MHz. Die Luftfahrt nutzt 118 bis 137 MHz für Funk-Bodenverkehr. Der Seefunk-VHF-Bereich erstreckt sich von 156 bis 162 MHz und ist auf Handelsschiffen und vielen privaten Booten vorgeschrieben. Der Landfunkverkehr, einschließlich Taxidispatch und Betriebsfunksysteme, arbeitet in mehreren Teilbändern zwischen 30 und 50 MHz sowie zwischen 136 und 174 MHz. Jede Zuweisung schützt spezifische Anwendungen und verhindert Störungen.
Ausbreitung und praktische Leistung
VHF-Signale breiten sich primär als direkte Welle und Bodenwelle über Entfernungen von 30 bis 100 Kilometern aus, abhängig von Sendeleistung, Antennenhöhe und Gelände. Im Gegensatz zu KW reflektieren VHF-Signale nicht zuverlässig an der Ionosphäre und können daher nicht um die Erdkrümmung herum erreichen. Dies macht VHF für regionale Punkt-zu-Punkt-Verbindungen und Mobilfunknetze geeignet, bei denen wiederholte Basisstationen oder Relaisstellen Abdeckungslücken schließen können. Regen, Nebel und Schnee verursachen eine gewisse Dämpfung, aber weniger als bei höheren Frequenzen.
VHF-Geräte arbeiten mit Kanalbreiten von typischerweise 12,5 kHz oder 25 kHz für Schmalband-Anwendungen, was mehr Kanäle im gleichen Spektrum ermöglicht. Die Modulation ist üblicherweise FM (Frequenzmodulation) statt AM, da FM bessere Rauschunterdrückung und effizientere Bandnutzung bietet. Tragbare und mobile Funkgeräte für VHF sind kompakt und praktisch; die Antennen sind kurze Stabantennen oder externe Stäbe von 30 bis 100 Zentimetern.
Der Begriff "Ultrahochfrequenz" ist relativ; er stammt aus der Radiiklassifizierung der Mitte des 20. Jahrhunderts, als Frequenzen über 30 MHz tatsächlich als sehr hoch galten. Heute bleibt VHF das Standardband für zuverlässige Kurzstrecken-Kommunikation in Industrie, öffentlicher Sicherheit und gewerblichem Betrieb, wo Einfachheit und bewährte Leistung die Anziehungskraft neuerer digitaler Systeme überwiegen.