Wetlook
Englisch: wetlook
Eine glänzende oder glatte Oberflächenfinish, die den Anschein erweckt, nass zu sein.
Wetlook: Hochglanzfinish, das Flüssigkeitsglanz nachahmt
Wetlook ist eine Oberflächenveredelung auf Stoffen, Kunststoffen, Leder und Beschichtungen, die einen glänzenden, reflektierenden Look erzeugt, der einer nassen oder frisch geölten Oberfläche ähnelt. Der Effekt wird durch eine Beschichtungsschicht oder eine chemische Behandlung erreicht, die den Oberflächenglanz erhöht und oft die Griffigkeit des Stoffs verändert, um ihn glatter und fließender wirken zu lassen. Wetlook wird häufig in ModeTextilien, Automobilverkleidungen, Schuhwerk und dekorativen Laminaten verwendet, wo die optische Wirkung wichtiger ist als traditionelle Haltbarkeitseigenschaften.
In Textilien wird Wetlook typischerweise durch das Aufbringen eines Polyurethan- oder Acrylharz-Topcoats auf Web- oder Strickstoffe oder durch Walzen (Wärme- und Druckbehandlung) zur Verdichtung der Oberfläche erreicht. Die Beschichtung füllt mikroskopisch kleine Oberflächenunebenheiten und erzeugt eine gleichmäßige, lichtreflektierende Ebene. Gemessene Glanzwerte für echte Wetlook-Finishes überschreiten in der Regel 85 auf der 60-Grad-Glanzskala. Das Finish reduziert auch die Oberflächenreibung und verleiht dem Stoff ein rutschiges Gefühl, das zur optischen Täuschung beiträgt.
Wetlook hat erhebliche praktische Nachteile. Die glänzende Oberfläche zeigt leicht Fingerabdrücke, Staub und Wasserflecken. Beschichtete Stoffe weisen reduzierte Atmungsaktivität auf und können sich auf der Haut kunststoffig anfühlen, was sie für Funktionsunterwäsche ungeeignet macht. Die Beschichtung selbst wird durch Biegung und Abrieb abgebaut, sodass Kleidungsstücke nach wiederholtem Tragen und Waschen ihre Optik verlieren. Haftungsversagen zwischen Beschichtung und Substrat ist häufig, wenn der Grundstoff nicht richtig vorbereitet ist, was zu Ablösungen oder Schichttrennungen führt.
Verarbeitung und Varianten
Wetlook-Beschichtungen werden mittels Rakelapplikation, Walzenbeschichtung oder Sprühverfahren während der Stoffveredelung aufgetragen. Polyurethan-Beschichtungen bieten bessere Elastizität und Wasserbeständigkeit, sind aber teurer; Acrylbeschichtungen sind günstiger, aber steifer und bruchempfindlicher. Einige Hersteller verwenden oberflächliche Polysiloxan- oder Fluorpolymer-Behandlungen, um Hydrophobizität zusätzlich zum Glanzeffekt zu verbessern. Der Begriff Wetlook selbst entstand in der Modeindustrie der 1960er Jahre und bleibt hauptsächlich eine konsumentenorientierte Bezeichnung statt einer technischen Spezifikation.
In industriellen Anwendungen jenseits der Mode erscheinen Wetlook-Finishes auf Automobilverkleidungen, Bootspolstern und Schutzausrüstungen, wo hoher Glanz für optische Effekte oder Lichtreflexion erforderlich ist. Das Finish wird auch auf flexiblen Kunststofffolien und beschichteten Papieren für Verpackungen verwendet. Die inhärente Sprödigkeit und schlechte Haltbarkeit von Wetlook-Beschichtungen beschränken ihre Verwendung auf hochbeanspruchte oder Außenanwendungen jedoch; traditionelle Hartfinish-Topcoats und UV-beständige Polyester-Laminierungen werden bevorzugt, wenn Langlebigkeit und Chemikalienbeständigkeit Priorität haben.