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Bisque: Von der Suppenschüssel zum Brennofen

Die cremige Suppe und die unglasierte Keramik teilen sich einen Namen, aber nur einer von beiden übersteht das Feuer.

Für die meisten Menschen ist bisque eine reichhaltige, samtweiche Suppe aus Schalentieren, Gemüse oder Wild, gebunden mit Sahne und manchmal einer Roux. Das Wort stammt aus der Region Biscaya in Spanien, möglicherweise über das französische biscaye. Sie kommt warm und fertig auf den Tisch.

In der Industriekeramik ist bisque Keramik, die einmal bei hoher Temperatur gebrannt wurde, aber noch nicht glasiert ist. Der Tonkörper ist in diesem Stadium gehärtet und porös. Die Ware ist steif genug zum Anfassen, aber sie nimmt immer noch Wasser auf. Bisque-Ware dient als Grundlage für Verzierung, Glasur und einen zweiten Brand. Sie wird manchmal Biskuitware genannt, ein Begriff, der im Britischen Englisch und in älterer amerikanischer Praxis gleichbedeutend verwendet wird.

Der industrielle Bisque-Brand erfolgt zwischen 1000 und 1200 Grad Celsius, je nach Tonkörper und Ofen. Bei dieser Temperatur durchläuft der Ton permanente chemische Veränderungen: Wasser wird ausgetrieben, Mineralien verschmelzen leicht miteinander, und das Material wird Keramik statt bloßer getrockneter Ton. Töpfer und Hersteller kontrollieren Bisque-Ware auf Risse, Verformungen und Mängel, bevor sie zur Glasurbrandphase übergehen. Ein zweiter Brand, genannt Glasurbrand, erreicht normalerweise höhere Temperaturen und verschmilzt die Glasurschicht mit dem Bisque-Körper.

Die Namensübertragung von Suppe zu Keramik wird in zuverlässigen Quellen nicht erklärt. Eine Volksetymologie besagt, dass beide gebacken oder zweimal gekocht sind, aber Bisque-Suppe wird normalerweise nicht zweimal gekocht, und der Keramikbegriff Biskuit (vom lateinischen bis coctus, zweimal gebacken) geht dem Speisenbegriff im Englischen voraus. Es ist wahrscheinlicher, dass die Ähnlichkeit zufällig ist oder dass der Keramiksinn den Namen der Suppe im Französischen beeinflusst hat, wo beide Begriffe existieren.

Bisque bleibt Standardfachbegriff in der Studio-Keramik, der Industrietafelgeschirr-Herstellung und der Fliesenproduktion. Das Stadium ist unverzichtbar: es härtet die Ware genug für sicheres Anfassen und Glasieren, lässt sie aber porös genug, um Glasur gleichmäßig aufzunehmen. Ohne Bisque-Brand würde moderne Keramik in ihrer vertrauten Form nicht existieren.

The dictionary entry

bisque (noun, industrial ceramics)
A form of unglazed earthenware; biscuit.

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