Chase: Von der Verfolgung zum Druckrahmen
Im alltäglichen Englisch bedeutet chase, jemanden zu verfolgen. In der Druckerei ist eine chase der Metallrahmen, der die Lettern beim Druck an Ort und Stelle hält.
Chase bedeutet im Englischen, jemanden zu verfolgen, hinter jemandem herzulaufen. Das Wort trägt den Sinn von Bewegung in sich, von einer Sache die einer anderen über den Raum folgt. Außerhalb der Druckerei ist chase Handlung; es ist Drama.
In der Druckerei ist eine chase vollkommen statisch. Sie ist ein rechteckiger Rahmen, meist aus Stahl oder Eisen, in den der Drucker Seiten oder Kolumnen Bleisatz vor dem Druck einschließt. Die chase selbst bewegt sich nicht, sobald der Satz gesichert ist. Ihre Aufgabe ist es, alles in perfekter Ausrichtung zu halten, während die Presse die Arbeit verrichtet. Eine chase kann 24 mal 36 Zoll oder größer sein, je nach Presse. Der Satz und das Sperraterial passen hinein wie ein Puzzle; Keile straffen die ganze Konstruktion, bis sie bombenfest sitzt.
Der Name entstand wahrscheinlich von der Umfassung selbst. Eine chase ist ein Rahmen, der ihren Inhalt fängt und hält, ihn in Grenzen einschließt, ähnlich wie eine Jagd mit der Beute endet. Die Metapher passt auf das Werkzeug genau: Man platziert den Satz in der chase und sperrt ihn zu. Die Verfolgung endet in Einschließung.
Setzer und Maschinenführer sprachen davon, eine Form zu charten (sie druckfertig zu machen), eine chase zu sperren, einen Probedruck aus der chase zu ziehen. Der Rahmen wurde so zentral für die Bleisatzarbeit, dass Verb und Substantiv sich gleichermaßen in die Sprache des Handwerks eingruben. Eine chase hält in diesem Moment alles, worauf es ankommt: die Geschichte, die Sperrung, die exakte Position jeden Buchstabens.
The dictionary entry
chase
(noun, industrial printing)
A rectangular steel or iron frame into which pages or columns of type are locked for printing or plate-making.