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Crossovers

Godet: das Textilinlay, das Bewegung schafft

Im alltäglichen Nähen verstärkt ein Keil. In der Textilproduktion verändert ein Godet die Silhouette und Bewegung eines Kleidungsstücks.

Für die meisten Menschen ist ein Godet entweder unbekannt oder wird mit seinem funktionalen Verwandten, dem Keil, verwechselt. Beide sind Stoffstücke, die an Nähten oder Schnitten in Kleidungsstücke eingesetzt werden. Beide schaffen Platz. Aber sie erfüllen völlig unterschiedliche Zwecke, und Textilhersteller unterscheiden sie klar voneinander.

Ein Godet ist ein dreieckiges oder rautenförmiges Stoffstück, oft in einer kontrastierenden Farbe oder Webart, das in den Saum oder eine vertikale Naht eines Rockes oder Kleides eingesetzt wird. Der Einsatz verlängert die freie Kante des Kleidungsstücks, fügt Volumen hinzu und erzeugt eine Ausstellung. Wenn sich der Träger bewegt, bewegt sich das Godet mit und erzeugt eine wellige, wellenförmige Kante, die sowohl dekorativ als auch funktional ist. Godets werden bewusst so zugeschnitten, dass ihre Fadenlaufrichtung senkrecht zur Hauptoberfläche des Kleidungsstücks verläuft, wodurch der eingesetzte Stoff unabhängig fallen und schwingen kann. Sie erscheinen in Abendkleidung, Tanzkostümen und festlichen Kleidern, wo Bewegung und visuelle Wirkung wichtig sind.

Ein Keil dagegen ist üblicherweise dreieckiger Stoff, der an Belastungspunkten eingesetzt wird: in Achselnähten, Schrittnähten oder den Winkeln, wo Ärmel auf Körper treffen. Der Keil verstärkt und verhindert Reißen. Er ist fast immer verborgen und passt zum Kleidungsstück. Die Fadenlaufrichtung des Keils wird gewählt, um Beanspruchung zu widerstehen, nicht um sich zu bewegen. Ein Keil ist Konstruktion; ein Godet ist Stil.

Die gemeinsame Form, das Dreieck oder die Raute, erklärt die Verwechslung. Beide erfordern vom Zuschnitt, Stoff in eine Öffnung einzunähen. Aber die Öffnung eines Godets ist bewusst gewählt und ästhetisch. Der Stoff des Godets wird oft wegen Kontrast, Struktur oder Muster ausgewählt. Der Einsatz selbst wird zum sichtbaren Detail. In der Haute Couture und in technischer Kostümtechnik wird das Godet präzise benannt, weil es das Gegenteil von dem tut, was ein Keil tut: Anstatt an Belastungspunkten zu verschwinden, macht es sich am Saum bemerkbar und fügt der unteren Kante des Kleidungsstücks Umfang, Bewegung und visuelle Gewichtung hinzu.

The dictionary entry

godet (noun, textile production)
A piece of fabric inserted into a garment along a seam or cut to lengthen the free edge, and to make a garment roomier and to add a wavy edge cf. gusset.

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