Slick: von glatter Oberfläche zum druckfertigen Bild
Slick bedeutet im alltäglichen Sprachgebrauch glatt und poliert, aber in der Druckvorstufe ist es das druckfertige Bild selbst, nicht seine Oberflächenbeschaffenheit.
Für die meisten Menschen bedeutet "slick" glatt, poliert und reibungslos. Eine rutschige Straße. Ein glatter Verkaufspitch. Das Wort hat Konnotationen von Leichtigkeit und oberflächlichem Glanz.
In der Druckindustrie und bei Druckvorstufen ist ein slick etwas völlig anderes: es ist ein kamerafreier fotografischer Druck oder eine Vorlage, die zur Reproduktion vorbereitet ist. Der slick ist die Zwischenstufe zwischen der Arbeit des Designers und dem fertigen Druckerzeugnis. Ein Fotograf oder Drucker fotografiert den slick, um ein Filmnegativ zu erstellen, das dann verwendet wird, um eine positive Offsetplatte zu bebildern oder andere Druckgeräte zu belichten. Der slick selbst muss scharf, hochkontrast und fehlerfrei sein, damit die Reproduktionskette ein sauberes Endbild ergibt. Der Begriff hat nichts mit Glanz zu tun, obwohl slicks oft auf glänzendem Papier gedruckt werden, um den Fotografieschritt zu unterstützen.
Die Metallverarbeitung hat den Begriff in einem verwandten, aber unterschiedlichen Sinne übernommen. Ein slicker in der Metallbearbeitungsindustrie ist ein gebogenes Handwerkzeug, meist aus Stahl, das verwendet wird, um die Oberflächen einer Formhohlraum nach Entfernung des Modells zu glätten. Der slicker poliert und verfeinert die Formoberfläche vor dem nächsten Gießlauf. Hier verbindet sich das Wort tatsächlich mit Glätte, aber es benennt das Werkzeug, nicht den Oberflächenzustand.
Die Unterscheidung spiegelt die verschiedenen Anforderungen jedes Gewerks wider. In der Druckvorstufe entwickelte sich der Begriff dahin, die fertig vorbereitete Vorlage selbst zu bezeichnen, den "slick", den druckfertigen Druck, der ohne Beschädigungen transportiert und fotografiert werden kann. In der Metallverarbeitung erhielt das Werkzeug, das eine glatte Oberfläche erzeugt, seinen Namen nach dem, was es bewirkt. Beide Verwendungen entstanden aus dem gemeinsamen Verständnis, eine glatte, verfeinerte Oberfläche zu erzeugen oder zu haben, aber sie sedimentierten sich an entgegengesetzten Enden des Prozesses ab: der eine benennt die Eingabe zur Fotografie, der andere das Werkzeug, das eine fertige Oberfläche schafft.
The dictionary entry
slick
(noun, industrial supplies, equipment, and components)
A camera-ready image to be used by a printer. The "slick" is photographed to produce a negative image which is then used to burn a positive offset plate or other printing device.