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Crossovers

Staff: Vom Stab zum Putz

Jeder kennt staff als Gehstock oder Stab, aber auf der Baustelle ist es etwas, das man auf Wände aufträgt.

Für die meisten Menschen ist staff ein Stab oder eine Stange: ein Gehstock, eine Fahnenstange, ein Messstab für Vermesser, ein Hirtenstab. Das Wort hat tiefe Wurzeln im Englischen, entlehnt aus dem Altfranzösischen estaf. Staff steht für etwas Gerades, Aufrechtes, das zum Abstützen oder Messen dient.

Im Bauwesen bedeutet staff etwas ganz anderes. Es ist ein mit Fasern verstärktes Putzgemisch, früher aus Kalk, Haaren, Werg oder Stroh hergestellt. Handwerker trugen staff auf provisorische Holzrahmen auf, um Außenwandflächen zu schaffen. Das Material war billig, schnell zu verarbeiten und ideal für temporäre Bauten, Ausstellungsgebäude und Messepavillons, die nur wenige Monate oder eine einzige Saison stehen sollten. Nach der Veranstaltung konnte der staff abgekratzt und anderswo wiederverwendet werden.

Der Übergang vom Stab zum Putz ist kein metaphorischer Sprung, sondern ein historischer Benennungsunfall. Als dieses Baumaterial in Gebrauch kam, hatte sich das Wort staff bereits an alles angehängt, was abstützte, hielt oder Form gab. Ein aufgetragenes Putzgemisch macht genau das: Es hält die Form der Wand und unterstützt die Witterungsschutzschicht darüber. Die Faser im Putz spielt die gleiche Rolle wie ein hölzerner Stab auf einer Baustelle, sie bindet und versteift das Material.

Andere Handwerke entwickelten die Stabbezeichnung in verschiedene Richtungen. Vermesser benutzten einen level staff oder levelling staff, einen geteilten Holzstab, der aufrecht gehalten wurde, um Höhenunterschiede auf unebenem Gelände zu messen. Der Jacob's staff, ein Vermessungswerkzeug, war ein eisenbeschlagener Zeigestab, mit dem man Positionen in den Boden eindringen und verankern konnte. In Brauerei und Destillerie diente der penstaff als vertikales Ablassventil in einem Maischbottich. Alle diese Begriffe entlehnten die Stabbezeichnung, wandten sie aber auf ihre eigenen technischen Zwecke an.

Staff-Putz ist aus der Mode gekommen, als dauerhaftere Materialien erschwinglich und standardisiert wurden. Moderne provisorische Wände verwenden andere Mischungen und Verfahren. Aber der Begriff lebt in Bauhandwörterbüchern und in der Erinnerung der älteren Handwerke weiter: ein Beweis dafür, dass ein einziges englisches Wort für einen Wanderer ein Holzstab sein kann, für einen Vermesser ein Messinstrument und für einen Putzer eine faserverstärkte Beschichtung.

The dictionary entry

staff (noun, construction)
A mixture of plaster and fibre used as a temporary exterior wall covering.

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