ACIR
Initialism of adjacent channel interference ratio.
ACIR: wie viel eines Funksignals in den nächsten Kanal überläuft
Das Adjacent Channel Interference Ratio misst die Leistung eines gesendeten Signals, das in die Frequenzbänder unmittelbar neben dem lizenzierten Kanal überläuft. Ein Sender auf 460 MHz strahlt unvermeidlich etwas Energie auf 460,025 MHz und 459,975 MHz ab, oder welcher Kanalabstand auch immer verwendet wird. ACIR quantifiziert diesen Übergang als Verhältnis, üblicherweise in Dezibel (dB) ausgedrückt, das die Leistung im Nachbarkanal mit der Leistung im Primärkanal vergleicht.
Das Verhältnis wird am Eingang des Empfängers gemessen, nachdem das Signal den Ausgangsfilter des Senders und den Eingangsfilter des Empfängers durchlaufen hat. Schlechtes ACIR bedeutet, dass ein starkes Signal auf einem Kanal den Empfang auf einem benachbarten Kanal beeinträchtigen oder blockieren kann, auch wenn beide Empfänger ordnungsgemäß funktionieren. Das ist besonders kritisch in dichten Funksystemen wie kommerziellen Landmobilfunknetzen, Mobilfunk-Basisstationen und Seefunkanwendungen, wo Kanäle eng beieinander liegen, um die Spektrumseffizienz zu maximieren.
Ursachen und typische Werte
Die ACIR-Leistung hängt vom Spektrumsmaskierungsverhalten des Senders (wie gut die Modulation begrenzt ist), der Flankensteilheit des Ausgangsfilters und der Selektivität des Empfängers ab. Eine typische Spezifikation für einen professionellen VHF- oder UHF-Sender könnte 60 bis 70 dB sein; moderne digitale Modi und strengere Filter erreichen 70 bis 80 dB oder besser. Ein schwaches Ergebnis, etwa 40 bis 50 dB, weist auf Filterverschleiß, Phasenrauschen im Oszillator oder nichtlineare Verstärkung hin.
ACIR unterscheidet sich von Adjacent Channel Leakage Power (ACLP), das absolute Leistungspegel misst statt Verhältnisse. Behörden wie die FCC und ISED legen Grenzen für beide fest, um das gemeinsam genutzte Spektrum zu schützen. Ein Sender kann ACLP-Grenzen in einem isolierten Test erfüllen, aber dennoch ACIR-Probleme im Feld verursachen, wenn Empfängerantenne und Filter keine ausreichende Unterdrückung bieten.
In digitalen Systemen beeinflussen Wellenformgestaltung und Basisbandfiltration das ACIR stark. Rechteckimpulsmodulation funktioniert schlecht; Gauß- oder Root-Raised-Cosine-Filterung reduzieren Out-of-Band-Energie erheblich. Zeitmultiplex-Duplex-Systeme, die dieselbe Frequenz zu verschiedenen Zeiten zum Senden und Empfangen nutzen, sind besonders anfällig für ACIR-Probleme, da Sender und Empfänger Antennen und benachbarte Schaltkreise gemeinsam nutzen.