ADSL
Abkürzung für Asymmetric Digital Subscriber Line.
ADSL: Breitband über Kupfer-Telefonleitungen
ADSL überträgt digitale Daten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten in jede Richtung über Standard-Kupfer-Telefonleitungen. Die Download-Geschwindigkeiten zum Benutzer liegen typischerweise zwischen 1,5 und 24 Megabit pro Sekunde, während die Upload-Geschwindigkeiten deutlich niedriger ausfallen, üblicherweise 0,5 bis 3,5 Megabit pro Sekunde. Diese Asymmetrie macht Sinn für die private Nutzung: Die meisten Menschen laden viel mehr herunter, als sie hochladen. Die Technologie nutzt wieder die gleichen verdrillten Kupferdoppeladerpaare, die Sprachanrufe übertrugen, daher war in Häusern und kleinen Büros, die bereits am öffentlichen Telefonnetz angeschlossen waren, keine neue Verkabelung nötig.
ADSL funktioniert, indem die Telefonleitung in drei Frequenzbänder unterteilt wird: eines für Sprache (unter 4 kHz), eines für Downstream-Daten (20 kHz bis 1,1 MHz) und eines für Upstream-Daten (4 kHz bis 20 kHz). Ein Modem an jedem Ende führt die Frequenzteilung und Codierung durch. Das Sprachband bleibt unbeeinträchtigt, daher können Benutzer gleichzeitig telefonieren und ADSL nutzen, obwohl sich die Qualität verschlechtert, wenn beides gleichzeitig stattfindet. Kupfer-Leitungsfilter (Splitter) trennen Sprachverkehr von Daten, um Störungen mit herkömmlicher Telefonausrüstung zu verhindern.
Signalverschlechterung über Entfernung ist die zentrale Einschränkung von ADSL. Die Dämpfung nimmt scharf zu, wenn die Entfernung zur Telefonzentrale 5 Kilometer übersteigt, was ADSL in abgelegenen Gebieten ungeeignet macht. Auch die Leitungsqualität spielt eine Rolle: Ältere Kabel, Feuchtigkeitseintritt oder elektromagnetisches Rauschen von nahegelegenen Stromleitungen können die erreichbaren Geschwindigkeiten erheblich unter den theoretischen Maximalwerten reduzieren. Dienstanbieter bieten typischerweise Geschwindigkeitsstufen statt Garantien an, und die tatsächliche Leistung variiert erheblich je nach Standort. Kupferkorrosion und schlechte Verbindungen im Zugangsnetz sind häufige Gründe für langsame Verbindungen.
Varianten und Status als Legacy-Technologie
ADSL2 und ADSL2+ erweiterten den Standard und erhöhten die Downstream-Raten auf 12 bzw. 24 Megabit pro Sekunde, allerdings in kürzeren Reichweiten. VDSL (sehr hochgeschwindigkeits-DSL) und Glasfaser-bis-zum-Gebäude-Technologien haben ADSL seit den 2010er Jahren in entwickelten Märkten weitgehend verdrängt. ADSL bleibt jedoch in vielen Regionen installiert, in denen der Glasfaserausbau unvollständig oder wirtschaftlich nicht rentabel ist, besonders in ländlichen Gegenden und Entwicklungsländern. Gerätehersteller haben die Aktualisierung von Treibern und Firmware für ältere ADSL-Hardware weitgehend eingestellt, was Sicherheits- und Kompatibilitätsrisiken für ältere Installationen mit sich bringt.
Der Name spiegelt den grundlegenden technischen Unterschied zu SDSL (symmetrisches DSL) wider, das gleiche Geschwindigkeiten in beide Richtungen bot, aber nie breite Akzeptanz erreichte, da die Kosten und Komplexität höher waren. ADSLs Asymmetrie war eine bewusste technische Entscheidung, die sich an den tatsächlichen Nutzungsmustern orientierte und dabei die Geräte- und Servicepreise für Verbraucher zugänglich hielt. Diese Ausrichtung erwies sich als kommerziell erfolgreich genug, dass asymmetrischer Service zum Standard-Modell für privates Breitband wurde, ein Muster, das später bei Kabelmodem-Technologie und modernen Glasfaserdiensten wiederholt wurde.