Airbus
Europäischer multinationaler Hersteller von Verkehrsflugzeugen
Airbus: der weltgrößte Hersteller von Verkehrsflugzeugen
Airbus ist ein multinationaler Luftfahrtkonzern mit Sitz in Toulouse, Frankreich, und der Haupthersteller großer Verkehrsflugzeuge für Fluggesellschaften weltweit. Das Unternehmen wurde 1970 als Konsortium europäischer Luftfahrtunternehmen gegründet und produziert die Flugzeuge, an denen Wartungstechniker, Flugingenieure und Bodencrew täglich bei hunderten von Fluggesellschaften arbeiten. Das Unternehmen konkurriert direkt mit Boeing und baut etwa die Hälfte aller Wide-Body-Jets im kommerziellen Einsatz.
Die Airbus-Produktpalette ist in Familien eingeteilt: die A220 und A320-Familie (Schmalrumpfflugzeuge für kurz- und Mitteldistanzstrecken), die A330, A350 und A380 (Großraumflugzeuge für Langstreckenflüge) sowie der A400M-Militärtransporter. Wartungstechniker begegnen erheblichen Unterschieden zwischen diesen Familien bei den Hydrauliksystemen, der Avionik-Architektur, den Motoraufhängungen und der Materialzusammensetzung. Ein A380 Doppeldeck-Rumpf erfordert andere Inspektionsprotokolle für die Struktur als eine A320. Auch die Motoroptionen variieren: Triebwerke von Rolls-Royce, Pratt and Whitney oder CFM International können im gleichen Flugzeugtyp verbaut sein, jede Variante mit eigenen Wartungsintervallen und Fehlersuchverfahren.
Wartung und betriebliche Realität
Airbus-Flugzeuge nutzen Fly-by-Wire-Steuersysteme bei den meisten Modellen, das heißt, elektronische Kontrollgesetze vermitteln zwischen den Eingaben des Piloten und den Betätigungszylindern der Steuerflächen. Dies unterscheidet sich grundlegend von mechanischen oder hydromechanischen Steuerleitungen bei älteren Boeing-Flugzeugen und führt zu unterschiedlichen Schulungsanforderungen für Avionik-Techniker. Airbus schreibt auch ein standardisiertes Glass-Cockpit-Design über die gesamte Verkehrsflotte vor, was die Pilotenausbildung vereinheitlicht, aber spezifische Kenntnisse des Flight Management Systems und der Bordrechnersysteme erfordert.
Die technische Dokumentation für Airbus-Flugzeuge ist umfangreich: das Aircraft Maintenance Manual (AMM), das Structural Repair Manual (SRM) und das System Schematic Manual (SSM) sind Industriestandards, auf die Mechaniker ständig verweisen. Komponentennummern, Softwareversionen und Service Bulletins ändern sich häufig; die Einhaltung der Hersteller-Bulletins ist eine Compliance-Anforderung, nicht optional. Linienwartungschecks (A-, C-, D-Checks) folgen von Airbus festgelegten Intervallen, gemessen in Flugstunden oder Kalendertagen, und Großüberholungen werden über detaillierte Arbeitsumfänge verwaltet, die die Konstruktion und Konstruktionsphilosophie des Flugzeugs widerspiegeln.
In der Praxis unterscheiden Wartungstechniker und Flugcrew zwischen Airbus- und Boeing-Flugzeugen nach Cockpit-Layout, Bodenhandhabungsanforderungen, Eigenschaften der Hilfskraftanlage und Notfallproceduren. Fluggesellschaften, die beide Typen betreiben, müssen in separate Typenschulungen investieren und parallele Ersatzteilbestände pflegen. Der Name selbst stammt aus der Absicht des ursprünglichen französisch-deutschen Konsortiums, einen Bus für die Luftfahrt zu bauen, was die Konstruktionsziele hoher Passagierkapazität und Betriebseffizienz widerspiegelt, nicht irgendeine technische Eigenschaft.