AMT
Abkürzung für Automated Manual Transmission.
AMT: Handschaltung, computergesteuert
Ein automatisiertes Schaltgetriebe (AMT) ist ein mechanisches Getriebe, das pneumatische oder hydraulische Aktuatoren nutzt, um Kupplung und Schalthebel automatisch zu bedienen und die manuelle Eingabe des Fahrers durch Pedal oder Hebel überflüssig macht. Der zugrundeliegende Radsatz und der Synchronisierungsmechanismus sind identisch mit einem konventionellen Schaltgetriebe, aber Solenoidventile und Steuerlogik führen die Schaltvorgänge elektronisch durch, basierend auf Motordrehzahl, Gaspedalstellung und Fahrzeuglast.
AMTs gibt es in zwei gängigen Bauarten. Bei der Einfachkupplung-Ausführung bedient eine Kupplung alle Gänge; beim Schalten tritt eine kurze Unterbrechung der Kraftübertragung auf, da der Motor auskuppelt, der Gangwechsel erfolgt und der neue Gang eingreift. Doppelkupplungsgetriebe (DCT) verwenden zwei ineinandergreifende Kupplungen, eine für ungerade Gänge und eine für gerade Gänge, sodass der nächste Gang vorgewählt und mit minimalem oder ohne Kraftverlust eingegriffen werden kann. Ein typischer AMT-Schaltvorgang dauert 200 bis 400 Millisekunden, langsamer als ein modernes Drehmomentwandler-Automatikgetriebe, aber schneller als die meisten vom Fahrer gesteuerten Handschaltvorgänge.
Der Reiz des AMT liegt in Kosten und Effizienz. Die Herstellung eines AMT kostet deutlich weniger als ein traditionelles Automatikgetriebe, da das Kerngetriebe einfacher ist und weniger hochwertige Gussteile benötigt. Die hydraulischen Verluste sind geringer als bei Automatikgetrieben, was zu besserer Kraftstoffeffizienz führt. Allerdings leiden AMTs unter Reputationsproblemen: Frühe Implementierungen von Herstellern wie Fiat und Ford produzierten ruckartige, unvorhersehbare Schaltvorgänge, die Fahrer, die an sanfte Automatikgetriebe gewöhnt waren, frustrierten, und die Reparaturkosten können hoch ausfallen, wenn Solenoidventile oder Aktuatormotoren ausfallen.
Regionale Verbreitung und Marktverschiebung
AMTs waren am erfolgreichsten in kostensensitiven Märkten, besonders in Indien und Teilen Europas, wo sie die Lücke zwischen günstigen Schaltgetrieben und teuren Automatikgetrieben überbrücken. Maruti Suzuki und Hyundai setzten AMTs breit in Kleinwagen ein, die unter 10.000 Dollar verkauft werden. In entwickelten Märkten haben Doppelkupplungsgetriebe Einfachkupplungs-AMTs großenteils verdrängt, da DCTs bessere Leistung und sanftere Schaltungen bieten, allerdings zu höheren Anschaffungskosten.
Intern entstehen AMT-Ausfälle oft durch Solenoidspulen-Ausbrand, Verschmutzungsablagerungen in der Aktuatorhydraulik oder Abstürze der Steuermodulsoftware. Im Gegensatz zu traditionellen Automatikgetrieben kann ein AMT nicht einfach in einen niedrigeren Gang heruntergeschaltet oder für Motorbremsung in niedrigerem Gang gehalten werden; die Getriebelogik priorisiert Kraftstoffverbrauch, was manchmal Sicherheitsbedenken bei steilen Abfahrten verursacht. Mit fortschreitender Elektrifizierung von Fahrzeugen werden AMTs in neuen Plattformen auslaufen, da Elektromotoren die Notwendigkeit von Mehrgang-Getrieben vollständig beseitigen.