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Zimmerei

Eckleiste

Englisch: angle bar

Eine senkrechte Leiste an der Ecke, wo zwei Flächen eines polygonalen oder Erkerfensters aufeinandertreffen.

Eckpfosten: das Sprossen-Profil, das die Ecke eines Erkerfensters rahmt

Ein Eckpfosten ist ein vertikales Konstruktionselement, das entlang der inneren Ecke verläuft, wo zwei senkrechte Fensterfflächen in einem Erkerfenster, Polygonfenster oder Bogenfenster aufeinandertreffen. Er sitzt an der Verbindungsstelle zwischen den zwei Glasscheiben oder Fensterrahmen und trägt sowohl das Gewicht als auch die Scherspannung der gesamten Konstruktion. Von außen wirkt er wie eine senkrechte Teilung; von innen bildet er ein Trimmprofil, wo die zwei Fensterebenen in einem rechten Winkel oder spitzen Winkel aufeinandertreffen.

Der Eckpfosten unterscheidet sich von einem Standard-Sprossen-Profil, das Scheiben auf einer einzigen ebenen Wandfläche unterteilt. Weil ein Erkerfenster nach außen auskragt, muss sein Eckpfosten Scher- und Racking-Kräfte aufnehmen, denen ein gerades Sprossen-Profil nie ausgesetzt ist. Das Profil muss steif genug sein, um zu verhindern, dass die zwei Fensterrahmen unabhängig voneinander verformen und die Scheiben oder Dichtungen brechen. Bei Holzrahmen bestehen Eckpfosten typischerweise aus massivem Holz, oft 1,5 bis 2 Zoll stark, ausgewählt für Festigkeit und Formbeständigkeit. Stahlblechprofile oder Aluminium-Eckpfosten erfüllen die gleiche Funktion in gewerblichen oder modernen Wohnbauten.

Die Position des Eckpfostens ist entscheidend für die Winddichtheit des Fensters. Wasser, das auf der Außenseite herunterläuft, kann sich in der Ecke sammeln, daher sind Eckpfosten typischerweise an der Oberseite gewölbt oder geneigt, um Wasser abzuleiten. Die Verbindungsstelle schafft auch einen kritischen Punkt für potenzielle Luftlecks, wenn die Dichtungen versagen. Der Pfosten selbst nimmt Verformungen auf: Wenn Winddruck das Erkerfenster nach außen drückt, muss der Eckpfosten leicht flexen, ohne die Scheibe oder seine eigenen Verbindungen zu den benachbarten Rahmen zu brechen. Schlechte Montage, unterdimensioniertes Material oder Holzbewegungen durch saisonale Feuchteänderungen können dazu führen, dass die Ecke verformt wird, was zu Spaltenbildung und Feuchteeintrits führt.

Bei traditioneller Zimmerkunst und Sanierungsarbeiten sind Holz-Eckpfosten oft in den Rahmenkopf an der Oberseite gezapft oder ausgezapft und unten gesichert. Moderne Arbeiten können mechanische Befestigungen oder Klebstoffe verwenden. Die Herausforderung liegt darin, die Holzbewegung senkrecht zur Faser zu berücksichtigen und gleichzeitig eine starre Ecke zu erhalten. Eckpfosten aus Hartholz wie Eiche oder Ahorn widerstehen saisonalen Bewegungen besser als Weichhölzer, obwohl alle Hölzer quer zur Faser expandieren und schrumpfen.

Der Begriff Eckpfosten ist primär in der britischen und Commonwealth-Zimmerei verankert. Nordamerikanische Handwerker nennen ihn häufiger Eckpfosten, Erkerpfosten oder einfach das Ecksprossen-Profil. Das Prinzip ist in allen Traditionen gleich: ein einzelnes vertikales Element, das die strukturelle und witterungstechnische Komplexität an dem Punkt löst, wo sich die Geometrie eines Erkerfensters ändert.

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