Autorouter
Englisch: autorouter
Ein Computerprogramm, das Leiterbahnen auf einer Leiterplatte automatisch verlegen kann.
Autorouter: Software, die Schaltungswege automatisch ohne menschliches Zutun nachverfolgtt
Ein Autorouter ist ein Softwaretool, das automatisch die Kupferleiterbahn-Muster erzeugt, die elektrische Bauteile auf einer Leiterplatte (PCB) verbinden. Statt jede Drahtverbindung zwischen den Anschlüssen manuell zu zeichnen, lädt der Konstrukteur eine Netlist (die Anforderungen der elektrischen Konnektivität) und der Autorouter berechnet und platziert Leiterbahnen auf mehreren Kupferschichten. Dabei berücksichtigt er Grenzen wie Mindestleiterbahnbreite, Abstände und die physikalischen Positionen der gebohrten Durchkontaktierungen.
Die Kernaufgabe ist Wegfindung unter strikten Randbedingungen. Der Autorouter muss Tausende von Verbindungen herstellen und dabei Entwurfsregeln einhalten: typische Mindestleiterbahnbreiten liegen bei 0,1 bis 0,25 mm für Standard-Leiterplatten, bei 0,05 mm für hochdichte Designs. Er vermeidet Kurzschlüsse, minimiert die Leiterbahnlänge zur Reduzierung von Signaldämpfung und elektromagnetischen Störungen und verteilt die Bahnen auf verfügbare Schichten (moderne Platten haben 4, 6 oder mehr Kupferschichten). Die meisten Autorouter nutzen Varianten von Labyrinth-Routern oder anderen Graph-Such-Algorithmen, oft mit mehreren Durchläufen, die Lösungen schrittweise verfeinern.
Wenn der Autorouter versagt
Autorouter bleiben regelmäßig in engen Bereichen stecken und hinterlassen nicht verlegte Verbindungen, obwohl Platz auf der Platte vorhanden ist. Der Konstrukteur verlegt dann kritische oder problematische Bahnen von Hand (interaktives Routing) und startet den Autorouter erneut für die restlichen Verbindungen. Dicht gepackte Leiterplatten mit hunderten Anschlüssen, engem Bauteile-Abstand oder asymmetrischen Layouts frustrieren automatisierte Werkzeuge. Power- und Ground-Ebenen erschweren die Sache: Sie müssen hohe Ströme mit niedriger Impedanz führen, daher gehen manuelle Planung und Schichtaufbau-Festlegung dem Autorouting typischerweise voraus. Hochfrequenz-Signale (Taktsignale, Differenzpaare) werden fast immer manuell verlegt.Der Autorouter sitzt zwischen Layout (Komponentenplatzierung) und physikalischer Überprüfung im PCB-Design-Ablauf. Ein gut gestaltetes Layout macht das Autorouting erfolgreich; schlechte Platzierung erzwingt manuelle Umwege. Professionelle Design-Suiten wie Cadence Allegro, Mentor Graphics Xpedition und Altium Designer enthalten integrierte Autorouter. Open-Source-Tools wie FreeRouting bieten grundlegendes Autorouting für Hobby-Designs. Die Bearbeitungszeit zählt: Bei einer Leiterplatte mit 500 Verbindungen kann ein leistungsfähiger Autorouter das Routing in Sekunden bis Minuten erledigen, während die manuelle Verlegung derselben Platte Stunden dauert.
Der Name spiegelt seine Automatisierungsfunktion wider: Er verlegt (verbindet Leiterbahnen) eigenständig, ohne interaktive Benutzerführung für jede Verbindung. Der Begriff ist seit den 1980er Jahren etabliert, als die Leiterplatten-Konstruktion vom Zeichentisch zum Computer wanderte. Die Autorouter-Qualität wird gemessen an der Fertigstellungsrate (Prozentsatz erfolgreich verlegter Verbindungen) und Design-Metriken: Gesamtleiterbahnlänge, Anzahl der Durchkontaktierungen, Anzahl der Schichtwechsel und maximale Durchkontaktierungs-Dichte in engen Bereichen.