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Energie und Versorgung

NDC

Abkürzung für negative differential conductance.

NDC: wenn der Leitwert bei steigender Spannung sinkt

Negative differentielle Leitfähigkeit tritt in bestimmten Halbleitern und Bauteilen auf, wenn eine Erhöhung der angelegten Spannung zu einem Rückgang des Stromflusses führt, das Gegenteil des normalen Widerstands-Verhaltens. Dieses kontraintuitive Phänomen entsteht in Materialien und Strukturen, bei denen interne Energiezustände oder Ladungsträgerdynamiken einen Bereich mit negativem Widerstand erzeugen, der sich als negative Steigung in der Strom-Spannungs-Kennlinie ablesen lässt.

NDC tritt am häufigsten bei Tunneldioden, Resonanztunneldioden (RTDs) und einigen Gunn-Dioden auf. Bei einer Tunneldiode entsteht der Effekt durch Quantentunneln durch eine hochdotierte p-n-Sperrschicht. Bei zunehmender Durchlassvorspannung steigt der Tunnelstrom zunächst an, fällt dann aber ab, wenn die direkte thermionische Emission dominiert und die Tunnelresonanzbedingung aus dem optimalen Bereich abrückt. Dies erzeugt einen charakteristischen Knick in der I-V-Kennlinie zwischen Peak- und Valley-Strom, der die Region negativer Leitfähigkeit definiert.

Das praktische Fenster für NDC-Betrieb ist eng. Eine typische Silizium-Tunneldiode kann negative Leitfähigkeit über einen Spannungsbereich von nur 0,1 bis 0,3 Volt aufweisen, mit Peak-Strömen im Milliampere-Bereich und Valley-Strömen deutlich darunter. RTDs verschieben den Betrieb ins Mikrowellen-Gebiet mit viel schärferen Peaks und steileren negativen Flanken, was sie für Hochfrequenz-Oszillatoren und Schaltkreise wertvoll macht, wo konventionelle Transistoren an ihre Grenzen stoßen.

Stabilität und Anwendungsgrenzen

Bauteile, die im NDC-Bereich arbeiten, sind in Konstantspannungs-Schaltungen grundsätzlich instabil, da jede Störung, die den Strom erhöht, den Spannungsabfall am Bauteil weiter senkt und damit den Arbeitspunkt destabilisiert. Ein Seriewiderstand muss eingefügt werden, um negative Rückkopplung bereitzustellen und den Bias-Punkt zu stabilisieren. Dieser Seriewiderstand begrenzt auch die maximale Magnitude der negativen Leitfähigkeit, die ohne Oszillationen ausgenutzt werden kann.

NDC wird in spannungsgesteuerten Oszillatoren, Verstärkern im Millimeterwellen-Bereich und als Grundbaustein für Quantenkaskaden-Strukturen in der Festkörperphysik eingesetzt. Der Effekt hat in der Leistungselektronik an Bedeutung verloren, als die konventionelle Halbleitertechnologie reifte, bleibt aber in Spezialanwendungen relevant, wo die steile I-V-Nichtlinearität und die schnelle Ansprechzeit Vorteile gegenüber konventionellen aktiven Bauteilen bieten.

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