SpracheEnglishDeutsch
Industrieelektronik

durchschnittliche Suchzeit

Englisch: average seek time

bei einer Festplatte der Durchschnitt aller möglichen Suchzeiten, berechnet aus der Summe aller möglichen Suchvorgänge dividiert durch die Anzahl aller möglichen Suchvorgänge

Durchschnittliche Zugriffszeit: wie lange ein Laufwerk benötigt, um Daten im Durchschnitt zu finden

Die durchschnittliche Zugriffszeit ist die mittlere Dauer, die der Lese-Schreib-Kopf einer Festplatte benötigt, um von seiner aktuellen Position zu einer beliebigen Stelle auf dem Platter zu fahren. Sie wird in Millisekunden gemessen und berechnet sich, indem man alle möglichen Zugriffsdistanzen zwischen Spuren addiert und dann durch die Gesamtzahl der möglichen Zugriffe dividiert. Bei einer typischen 3,5-Zoll-SATA-Festplatte liegt die durchschnittliche Zugriffszeit zwischen 7 und 9 Millisekunden; kleinere 2,5-Zoll-Laufwerke in Laptops haben durchschnittlich etwa 5 bis 8 Millisekunden.

Diese Kenngröße ist wichtig, weil die Zugriffszeit direkt beeinflusst, wie schnell das Laufwerk auf verstreut gespeicherte Daten zugreifen kann. Wenn das Betriebssystem eine Datei lesen muss, die über mehrere Stellen auf dem Platter verteilt ist, muss das Laufwerk mehrere Zugriffe durchführen. Die für das Fahren benötigte Zeit umfasst nicht die Rotationslaufzeit (Warten, bis der Platter den gewünschten Sektor unter dem Kopf dreht) oder die tatsächliche Datenübertragungszeit; die durchschnittliche Zugriffszeit ist daher nur eine Komponente der Gesamtzugriffszeit. Bei einem Laufwerk mit hoher Fragmentierung wird das häufige Fahren zum Engpass.

Messung und Leistung in der Praxis

Die durchschnittliche Zugriffszeit wird bei Herstellertests bestimmt, indem Zugriffe über die gesamte radiale Spanne des Platters gemessen werden: vom äußersten Zylinder zum innersten, über alle Kombinationen von Start- und Endpositionen. Die resultierende Zahl ist ein statistisches Mittel. Vollständige Zugriffe (von außen nach innen) sind viel langsamer, manchmal 12 bis 15 Millisekunden; kurze Zugriffe zwischen benachbarten Spuren dauern 1 bis 2 Millisekunden. Der Durchschnitt spiegelt die Wahrscheinlichkeit wider, dass ein beliebiger Zugriff irgendwo dazwischen liegt.

Solid-State-Drives haben die Zugriffszeit für neue Systeme weitgehend obsolet gemacht, da NAND-Flash-Speicher keine beweglichen Teile hat und auf jeden Ort in Mikrosekunden zugreifen kann. Dennoch bleibt die Kenngröße wichtig bei der Bewertung von Altgeräten, beim Vergleich älterer Laufwerke oder bei der Arbeit mit Archivsystemen, die noch auf mechanische Speicherung angewiesen sind. Festplattendatenblätter von den 1990er bis 2010er Jahren listeten die durchschnittliche Zugriffszeit immer als Standard-Leistungskenngröße auf.

Eine Verschlechterung der durchschnittlichen Zugriffszeit deutet auf mechanischen Verschleiß oder Kopfschaden hin. Wenn die tatsächlich gemessene Zugriffszeit eines Laufwerks deutlich über der Herstellerangabe liegt, steht das Laufwerk kurz vor dem Ausfall. Moderne Diagnosewerkzeuge können die tatsächliche Zugriffszeit messen und Laufwerke kennzeichnen, deren Leistung nicht mehr der Herstellerangabe entspricht.

Mehr aus Industrial electronics

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.