Kurbelhebel
Englisch: bellcrank
Kurbeltyp, der eine Bewegung durch einen Winkel, meist 90 oder 180 Grad, umlenkt.
Winkelhebel: ein gewinkelter Hebel, der Kraft in einem Winkel umlenkt
Ein Winkelhebel ist ein starrer Hebel, meist in einem 90-Grad-Winkel oder manchmal 180 Grad gebogen, der Bewegung und Kraft zwischen zwei nicht fluchtenden Wellen oder Gestängen überträgt. Er dreht sich um einen zentralen Stift oder Drehpunkt und ermöglicht es, dass eine Eingabebewegung an einem Arm eine Ausgabebewegung am anderen Arm in einem anderen Winkel erzeugt. Der Name stammt von seiner Ähnlichkeit mit einer Glocke, deren zwei Arme von einem zentralen Aufhängungspunkt nach außen ragen.
Die beiden Arme müssen nicht gleich lang sein. Ist ein Arm länger als der andere, fungiert der Winkelhebel auch als Kraftverstärkungsvorrichtung und vervielfacht die Kraft auf Kosten der Wegstrecke oder umgekehrt. Ein Winkelhebel mit einem 3-Zoll-Eingangsarm und einem 1-Zoll-Ausgangsarm verringert die Eingangskraft um ein Verhältnis von 3:1, erhöht aber die Eingangsbewegung um denselben Faktor. Diese Eigenschaft macht Winkelhebel nützlich in Anwendungen, bei denen der Platz begrenzt ist, aber eine Kraftverstärkung erforderlich ist.
Häufige Anwendungen und Verschleißstellen
Winkelhebel kommen in Flugzeugsystemen vor, wo sie die Eingaben des Piloten von einem Seilzug zum anderen in einem günstigen Winkel umlenken. Sie werden in Kraftstoffzuggestängen, Ventilbetätigungsmechanismen und Bremsausgleichsvorrichtungen verwendet. In Maschinen lenken sie Wellendrehung oder Hin- und Herbewegung in einem rechten Winkel um, um eine Komponente zu erreichen, die nicht koaxial angeordnet werden kann. Der Drehpunkt ist die kritische Ausfallstelle: übermäßige Seitenlast, Korrosion des Stiftes oder Verschleiß in der Buchse beeinträchtigen die Leistung und führen letztendlich zu Klemmen oder übermäßigem Spiel.
Die Materialwahl hängt von der Last und der Umgebung ab. Stahlwinkelhebel dominieren in schweren Maschinen und Kraftfahrzeuganwendungen. Aluminiumversionen erscheinen dort, wo das Gewicht zählt, besonders in Flugzeugen. Gusseisen bietet Kostenersparnis in stationären Maschinen. Die Arme selbst sind selten hohl; ein massiver Querschnitt widersteht Biegung besser als ein Rohr gleichen Gewichts, und die Beanspruchung am Drehpunkt ist stark genug, dass eine hohle Geometrie viel dickere Wandstärken erfordern würde, um zuverlässig zu sein.
Der Winkelhebel ist einfach, robust und preiswert in der Herstellung, was seine Verbreitung in Tausenden von Konstruktionen über mehr als ein Jahrhundert erklärt. Er erfordert nach dem Einbau keine Einstellung und benötigt nur gelegentliche Schmierung am Drehpunkt. Diese Einfachheit, kombiniert mit seiner Fähigkeit, Kraft mit minimalem mechanischem Verlust umzulenken, macht ihn zu einer bewährten Lösung in Systemen, wo eine Umleitung von Kraft oder Bewegung im rechten Winkel unvermeidlich ist oder wo Platzbeschränkungen eine Fluchtung von Eingangs- und Ausgangswelle verhindern.