Bund
Englisch: bent
Ein Querrahmen eines Fachwerkbaus; eine Untereinheit der Rahmenkonstruktion.
Gebinde: die tragenden Holzständer, die ein Holzfachwerk aufrecht halten
Ein Gebinde ist ein vollständiges Querschnittsrahmen, der senkrecht zur Längsrichtung einer Holzkonstruktion verläuft und die Hauptlasten vom Dach oder von der Decke zum Fundament leitet. In einer Scheune, einem Haus oder einem Industriegebäude bilden mehrere Gebinde, die normalerweise 12 bis 16 Fuß auseinander angeordnet sind, das Strukturskelett. Jedes Gebinde besteht aus Ständern (vertikale Elemente), Balken (horizontale Elemente) und oft diagonalen Aussteifungen, die sie zu einer starren, selbsttragenden Einheit verbinden.
Die Ständer eines Gebindes sind sein tragender Rückgrat. Im traditionellen Schwellbau sind dies oft 8 mal 10 Zoll oder größer, in Zapfen und Nuten mit den Balken verbunden. Der Balken, der horizontal über die Ständeroberseiten läuft, heißt Zugband, wenn er dem Auseinanderdrücken widersteht, oder Auflager, wenn er nur die Last verteilt. Diagonale Aussteifungen wie X-Streben oder Kniestreben verhindern, dass das Rahmenwerk unter Wind- oder ungleichmäßiger Belastung verzieht.
Gebinde sind der Grund, warum Holzfachwerk-Gebäude zerlegbar und versetzbar sind. Da jedes Gebinde als unabhängiger Rahmen fungiert, kann die ganze Konstruktion zusammengefügt werden, indem Gebinde nebeneinander gestapelt und mit Riegel (Seitenbalken) und Pfetten (dachspannende Balken) verbunden werden. Diese Methode war sinnvoll für Kolonialscheunen und Mühlen, wo qualifizierte Arbeitskräfte vor Ort verfügbar waren, aber Materialien von Hand oder mit Tieren transportiert werden mussten.
Der Begriff leitet sich vermutlich von der gebogenen Form der Montage im Profil ab, besonders wenn die Ständer leicht nach innen geneigt sind (eine übliche Designwahl, die die Windbeständigkeit und das Aussehen verbessert). In moderner Plattformrahmenbauweise wurden Gebinde weitgehend durch wiederholte Ständerwände ersetzt, aber das Prinzip bleibt dasselbe: jeder Rahmenabschnitt muss Lasten sicher zum Boden leiten, und dies in diskreten, überprüfbaren Einheiten zu tun, ist gute Baukunst.
Ein Gebinde fällt aus, wenn einer seiner Elemente knickt, reißt oder sich an seinen Verbindungen trennt. Ständer faulen am Fuß, wenn sie nicht über Bodenebene erhöht sind. Balken durchhängen, wenn sie unterdimensioniert oder nass sind. Diagonale Aussteifungen können sich durch kumulative Setzung oder durch Überbelastung einer Seite verziehen. Ein Gebinde inspizieren bedeutet, die Lotrechte der Ständer zu prüfen, die Festigkeit der Zapfenverbindungen zu überprüfen und die Holzqualität mit Meißel oder Bohrer zu testen, da innere Fäulnis unsichtbar bleibt, bis sie fortgeschritten ist.