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Holzbearbeitung

Bugholz

Englisch: bentwood

Holzstücke, die durch Dampferwärmung geschmeidig gemacht und dann in die erforderliche Form gebogen werden, um Möbel, Schiffsrümpfe und dergleichen herzustellen.

Sperrholz: Durch Dampf erweichtes Holz, im heißen Zustand geformt

Sperrholz ist Massivholz, das durch Dampfbehandlung vorübergehend plastisch gemacht, dann mechanisch in geschwungene Formen gebogen und zum Erstarren in dieser Form abgekühlt wird. Das Verfahren nutzt die thermoplastischen Eigenschaften der Holzstruktur, besonders der Hemizellulosen, die zwischen etwa 60 und 100 Grad Celsius erweichen, wenn sie mit Feuchtigkeit gesättigt sind. Nach dem Abkühlen behält das Holz die aufgezwungene Form mit erheblicher Steifigkeit bei, und die Biegung springt nicht ohne Weiteres zurück.

Die Dampferweichung findet typischerweise in einer Druckkammer oder Dampfbox statt. Holzstücke werden je nach Stärke, Faserrichtung und Holzart einer bestimmten Zeit lang Dampf ausgesetzt. Harthölzer wie Buche, Esche und Ulme sind ideale Kandidaten, weil sie sauber biegbar sind, ohne dass es zu starken Rissen oder Splittern kommt. Weichhölzer neigen eher zum Zusammendrücken als zu gleichmäßiger Verformung. Die Stärke ist entscheidend: Stücke über 25 Millimeter werden schwierig gleichmäßig über den ganzen Querschnitt zu erweichen, deshalb ist Sperrholzholz-Möbel und Komponenten üblicherweise zwischen 8 und 20 Millimeter stark.

Nach dem Dämpfen wird das heiße Holz in eine Form oder Schablone gelegt und unter Klemmendruck gehalten, bis es abgekühlt ist, typischerweise 24 bis 48 Stunden lang. Die Form muss stabil sein, weil das abkühlende Holz erhebliche Rückfederkräfte ausübt. Unterschätzung dieser Kraft führt zu unvollständigen Kurven oder schlimmer noch, das Holz bricht aus der Form. Industrielle Fertigung nutzt hydraulische oder mechanische Pressen; kleinere Werkstätten verwenden verschraubte Holzformen.

Warum Sperrholz zum Standard wurde

Sperrholz wurde im 19. Jahrhundert durch Wiener Hersteller wie Thonet bekannt, die das Verfahren zur effizienten Produktion verfeinerten. Gebogene Komponenten ermöglichten geschwungene Stühlebeine, Rückenlehnen mit Reifbindung und Zierformen, ohne dass an jeder Anwendungsstelle vor Ort gebogen werden musste. Ein einzelnes gebogenes Stück konnte mehrere Verbindungen ersetzen, reduzierte Montagearbeit und verbesserte die Festigkeit, weil die Faserrichtung durch die Biegung verläuft. Der Schiffbau setzte Sperrholz-Spanten umfangreich ein, weil die gebogenen Stücke perfekt zu Rumpfformen passten und die Faserausrichtung um die Biegung überlegene Festigkeit im Vergleich zu gerader Faserrichtung bot.

Versagen bei Sperrholz zeigt sich typischerweise als innere Risse entlang der Jahrringe, Spalten an Ästen oder Formverlust, wenn Feuchtigkeit wieder in das Holz eindringt. Lagerung gebogener Stücke in feuchter Umgebung kann Feuchteaufnahme und teilweise Entspannung der Biegung ermöglichen. Chemische Behandlungen mit Harnstoffharz oder anderen Harzen können die Form dauerhafter stabilisieren, erhöhen aber Kosten und Handhabungskomplexität. Für die meisten Möbel- und Dekoranwendungen sind sorgfältiges Trocknen und Klimakontrolle während der Lagerung ausreichend, um die Biegung unbegrenzt zu erhalten.

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