bi-mode
Elektrischer Zug, der sowohl im Elektrobetrieb als auch im Dieselantrieb mit Generatoren auf nicht elektrifizierten Strecken fahren kann.
Bi-Mode: Elektrizug, der auf Diesel umschaltet, wenn die Fahrleitung endet
Ein Bi-Mode-Zug ist ein Personenzug mit Stromabnehmer für Oberleitungen und einem bordeigenen Diesel-Stromerzeuger-System. Auf elektrifizierter Strecke bezieht er Strom aus der Oberleitung über den Stromabnehmer; beim Eintritt in einen nicht elektrifizierten Abschnitt starten die Dieselmotoren automatisch und treiben Stromgeneratoren an, die die Fahrmotoren speisen. Der Wechsel läuft für Fahrgäste unmerklich ab und erfolgt bei Fahrgeschwindigkeit ohne Halt.
Die Dieselgeneratoren sind üblicherweise kleiner als bei reinen Diesel-Elektrozügen, weil sie nur die momentane Leistung bereitstellen müssen, anstatt einen kalten Zug aus dem Stand zu beschleunigen. Die meisten seit den 2000er Jahren gebauten Bi-Mode-Einheiten haben zwei oder drei MTU- oder Cummins-Dieselmotoren mit je 400 bis 800 kW. Die Dieseltanks sind für die Fahrt durch nicht elektrifizierte Abschnitte ausgelegt, oft 50 bis 150 km je nach Betriebsplan.
Bi-Mode-Züge lösen ein echtes Infrastruktur-Problem: Eine komplette Elektrifizierung eines regionalen Streckennetzes kostet pro Strecke zehn bis hundert Millionen Euro, und manche Nebenstrecken haben zu wenig Verkehr, um diesen Aufwand zu rechtfertigen. Mit Bi-Mode-Betrieb kann eine einzige Flotte gemischte Netze bedienen, ohne zwei verschiedene Zugtypen zu unterhalten. Das vereinfacht die Einsatzplanung und Schulung, erhöht aber die Anschaffungskosten pro Zug und die mechanische Komplexität.
Ausfallarten und Instandhaltung
Bi-Mode-Züge fallen häufiger aus als reine Elektrozüge, weil sie neben den Standard-Elektro-Systemen Dieselmotoren, Treibstoffsysteme und Generator-Schaltanlagen mit sich führen. Stromabnehmer-Fehler, Diesel-Startschwierigkeiten im Winter und verschmutzter Treibstoff sind typische Linienschäden. Batteriebänke müssen die Dieselmotoren auch dann starten können, wenn die Oberleitung ausfällt. Betreiber müssen zudem den Treibstoffverbrauch auf Nebenstrecken überwachen, wo die Dieselkosten die Stromkosten übersteigen.Der Begriff spiegelt die Eisenbahn-Betriebskultur wider: Ein Mode ist ein elektrischer Zustand oder eine Betriebsart, und bi- signalisiert die Fähigkeit zum Wechsel zwischen zwei verschiedenen Modi. Tri-Mode-Züge gibt es in Prototypform, bleiben aber selten; sie ergänzen eine Batterie für emissionsfreie Fahrt in City-Zentren. Arriva Rail London und Siemens Desiro City betreiben seit Anfang der 2010er Jahre Bi-Mode-Flotten auf Vorort-Netzen mit gemischter Elektrifizierung.