Schneiden
Englisch: blanking
Ein Metallbearbeitungsprozess zur Herstellung der ungefähren Form eines Blechteils.
Ausschneiden: Scherschnitt einer geschlossenen Form aus Blechzuschnitt
Ausschneiden ist ein Scherschneidvorgang, der eine vollständige, geschlossene Kontur aus Blech in einem Arbeitsgang trennt. Ein Stempel fährt in eine Form ein und zwingt das Werkstückmaterial, längs eines vorgegebenen Pfades zu scheren. Das Material zwischen Stempel und Formwand wird zum Zuschnitt, während das umliegende Material, Verschnitt oder Skelett genannt, abfällt. Der Prozess erzeugt ein ebenes Bauteil mit fertigem Umriss, bereit für nachfolgende Form- oder Bearbeitungsvorgänge.
Die Formgeometrie bestimmt alles. Stempelhohlraum und Formöffnung müssen präzise übereinstimmen, normalerweise in Zehntel-Millimeter-Toleranz. Der Spalt zwischen Stempel und Form liegt üblicherweise bei 5 bis 15 Prozent der Materialdicke, je nach Festigkeit des Blechs. Zu enge Spalte führen zu Stempelblockierung, zu große Spalte verursachen Einrisse statt sauberer Schnitt. Die Form sitzt in der Presspuppe; hydraulische oder mechanische Pressen erzeugen die Scherkraft, die bei großen Teilen oder starkem Blech Hunderte von Tonnen überschreiten kann.
Ausschneiden unterscheidet sich vom Lochen in einem wesentlichen Punkt: Ausschneiden entfernt die äußere Grenzlinie zur Erzeugung des Fertigteils, während Lochen Öffnungen oder Aussparungen innerhalb eines am Verschnitt haftenden Teils schafft. Häufig erfolgen beide Vorgänge nacheinander auf demselben Coilmaterial. Progressive Formen führen Ausschneiden, Lochen und Umformen in Stufen durch, während Material durch die Presse läuft, was Massenproduktion wirtschaftlich macht.
Qualität und Schnittkantenbeschaffenheit
Die Schnittkante beim Ausschneiden zeigt drei unterschiedliche Bereiche: eine glatte Zone, wo Material elastisch verdichtet wurde, eine Scherzone mit plastischer Verformung und eine Bruchzone, wo Material abgerissen ist. Weiche Metalle wie Aluminium und geglühter Stahl erzeugen längere glatte Zonen und saubere Kanten. Harte oder spröde Materialien brechen schneller, hinterlassen raue oder verschnittene Kanten. Schmierung beim Ausschneiden reduziert Reibungswärme und verbessert die Kantengüte.
Zuschnitte gelangen als lose Teile oder verschachtelt auf Trägerbändern in die Lieferkette. Nachfolgende Vorgänge wie Biegen, Tiefziehen oder Beschichten müssen Grate und Kantenunebenheiten berücksichtigen, falls Zuschnitte nicht entgratet sind. Hochgeschwindigkeitsausschneiden auf Spezialpressen kann Entgraten gleichzeitig erreichen, erfordert aber sorgfältige Formgestaltung und Materialwahl. Für Präzisionsanwendungen erhalten Zuschnitte oft Nachbearbeitung vor der Montage.