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Elektrotechnik

Call Forwarding

Englisch: call forwarding

Telefoniefunktion, die einen Anruf zu einem anderen Ziel umleitet.

Anrufweiterleitung: Automatische Umleitung eingehender Anrufe

Die Anrufweiterleitung ist eine Schaltfunktion in Telefonanlagen, die einen eingehenden Anruf abfängt und ohne Zutun des Anrufers an eine andere Telefonnummer umleitet. Das System trifft diese Entscheidung an der Vermittlung oder anhand einer gespeicherten Anweisung in einer Nebenstellenanlage (PBX), bevor der Anruf sein ursprüngliches Ziel erreicht. Der Vorgang läuft für den Anrufer transparent ab; er weiß möglicherweise gar nicht, dass sein Anruf umgeleitet wurde.

Der Mechanismus hängt davon ab, ob das System leitungsvermittelte Netze oder moderne Voice-over-IP-Architektur (VoIP) nutzt. Bei klassischer analoger und digitaler Telefonie wird die Anrufweiterleitung typischerweise durch Wahlcodes eingerichtet, die der Nutzer eingibt; beispielsweise speichert die Eingabe eines Codes gefolgt von der Zielrufnummer eine Anweisung in der Vermittlungsdatenbank. Wenn ein Anruf ankommt, prüft die Schaltlogik diese Datenbank und wendet die Weiterleitungsregel an, bevor die Verbindung hergestellt wird. In PBX-Umgebungen werden Weiterleitungsregeln von Administratoren programmiert und können komplexer ausfallen, wobei konditionelle Weiterleitungen nach Tageszeit, Anruferkennung oder danach möglich sind, ob die Leitung bereits belegt ist.

Konditionelle Varianten umfassen die Besetzt-Weiterleitung, die nur aktiviert wird, wenn die Leitung des Teilnehmers in Benutzung ist, und die Nichtmelden-Weiterleitung, die nach einer festgelegten Zahl unantworteter Klingelsignale ausgelöst wird, typischerweise vier bis sechs. Die selektive Weiterleitung ermöglicht unterschiedliche Zielrufnummern für verschiedene eingehende Nummern oder Anruftypen. Einige Systeme unterstützen Verkettung, bei der ein weitergeleiteter Anruf selbst eine weitere Weiterleitung auslösen kann, allerdings mit Beschränkungen zur Vermeidung von Schleifen.

Häufige Probleme und Fehlerfälle

Die Anrufweiterleitung kann in Abrechnungssystemen Probleme verursachen, wenn sie nicht sorgfältig nachverfolgt wird; die Gebühren des anrufenden Teilnehmers können sich von denen des Inhabers unterscheiden und zu Disputten führen. Netzgebühren bei internationaler Weiterleitung können die Kosten unerwartet erhöhen. Weiterleitungsschleifen entstehen, wenn die Zielrufnummer so konfiguriert ist, dass sie zurück zur ursprünglichen Nummer oder durch eine zirkuläre Kette weiterleitet, wodurch der Anruf solange hin und her springt, bis eine Systemgrenze ihn abbricht. Einige ältere Systeme leiten auch Anrufe nicht weiter, die eintreffen, während die Anklopffunktion aktiv ist.

Der Begriff stammt von der wörtlichen Funktion der Telefonvermittlung, einen Anruf zu einer neuen Destination zu leiten, statt ihn unter der ursprünglich gewählten Nummer zu beenden. Heute ist die Anrufweiterleitung Standard in allen Implementierungen des öffentlichen Telefonnetzes (PSTN) und eine Kernfunktion in VoIP-Plattformen, wo sie in Software auf Endgeräten des Nutzers oder in der Serverinfrastruktur des Dienstanbieters umgesetzt werden kann. Sie unterscheidet sich von der Anrufübergabe, die aktive menschliche Intervention erfordert, um einen bereits bestehenden Anruf zu verschieben.

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