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Transport und Logistik

CASM

Kennzahl für Betriebskosten im Luftverkehr, berechnet durch Division der Gesamtbetriebsausgaben durch die verfügbaren Platzmeilen.

CASM: die echten Betriebskosten pro geflogene Meile für die Fluggesellschaft

CASM, Kosten pro verfügbarem Sitzkilometer, ist die Kennziffer, die Fluggesellschaften nutzen, um ihre Betriebskosten pro Sitz und geflogene Meile zu messen. Sie klammert Umsätze komplett aus und konzentriert sich allein auf die Kostenseite. Eine Fluggesellschaft berechnet CASM, indem sie die gesamten Betriebskosten (Treibstoff, Crew, Wartung, Landegebühren, Catering und alle weiteren direkten Kosten) durch die Gesamtzahl der verfügbaren Sitzkilometer (ASM) in dem Zeitraum teilt. Wenn eine Fluggesellschaft ein Flugzeug mit 150 Sitzen über 500 Meilen betreibt, entstehen 75.000 ASM, unabhängig davon, wie viele Sitze tatsächlich verkauft wurden.

CASM wird in Cent pro Meile ausgedrückt. Ein typischer großer Netzwerk-Carrier in Nordamerika fährt 10, 15 Cent pro ASM, während Ultra-Low-Cost-Carrier oft unter 8 Cent liegen. Die Kennziffer hängt stark von der Flugstrecke ab: kurze Regionalflüge erzeugen höhere CASM, weil Fixkosten wie Start, Landung und Crew-Aufenthalt auf weniger Meilen verteilt werden. Langstreckenflüge auf großen Flugzeugen senken CASM, weil diese Fixkosten auf mehr Sitzkilometer umgelegt werden.

Warum CASM für die Effizienz wichtig ist

CASM ist keine Gewinnkennziffer, sondern ein Indikator für die Kostenstruktur. Zwei Fluggesellschaften mit identischem CASM können völlig unterschiedlich rentabel sein, wenn die eine ihre Sitze zu 85 Prozent auslastet und die andere zu 70 Prozent. Aber CASM zeigt operative Disziplin. Ein Jahr-zu-Jahr-Rückgang von CASM deutet oft auf bessere Treibstoff-Absicherung, verbesserte Flugzeugauslastung, längere Flugstrecken oder neu verhandelte Wartungsverträge hin. Steigendes CASM kann auf ältere Flotten, ungünstige Treibstoffpreise, Lohnkostensteigerungen oder untergenuzte Kapazität hinweisen.

Die Kennziffer ist am nützlichsten für Vergleiche in der gleichen Kategorie: ein Netzwerk-Carrier gegen einen anderen oder Low-Cost-Carrier untereinander. CASM allein zum Vergleich zwischen einem Regionalcarrier und einem internationalen Langstreckenoperator zu nutzen ist irreführend, weil ihre Kostenstrukturen fundamental verschieden sind. Legacy-Carrier mit älteren, kleineren Flugzeugen auf gemischten Streckennetzen werden höheres CASM fahren als ein neuer Narrowbody-Operator, der hochdichte, fernverkehrsorientierte Netze befliegt.

CASM klammert Umsätze und Ertrag aus, was zugleich Stärke und Schwäche ist. Es beantwortet die Frage "wie effizient fahren wir den Betrieb", nicht aber "verdienen wir Geld". Fluggesellschaften verfolgen daher auch Umsatz pro ASM separat, um das volle Bild zu sehen. Ein Carrier könnte CASM durch Kostenkürzungen verbessern, verliert aber Rentabilität, wenn diese Kürzungen die Servicequalität und die Erträge beeinträchtigen.

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