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Transport und Logistik

Circuity

Englisch: circuity

Verhältnis der Straßenkilometer zu Luftlinienkilometern zwischen zwei Orten.

Umweg: wie viel länger die Strecke wirklich ist

Umweg (Circuity) ist das Verhältnis der tatsächlichen Fahrstrecke zur Luftlinie zwischen zwei Punkten. Wenn zwei Städte Luftlinie 100 km auseinander liegen, aber das Straßennetz zwingt dich, 130 km zu fahren, beträgt der Umwegfaktor 1,30. Er misst die Ineffizienz, die in der Geografie und Infrastruktur steckt.

In der Logistik ist der Umwegfaktor wichtig, weil er sich direkt auf Treibstoffkosten, Lieferzeit und Fahrzeugauslastung auswirkt. Eine Route mit Umwegfaktor 1,5 bedeutet, dass ein Fahrer 50 Prozent mehr Strecke fährt als geometrisch nötig, und dabei auf einer Langstrecke einen zusätzlichen halben Tank verbraucht. Netzplaner nutzen den Umwegfaktor, um die Infrastrukturqualität einer Region zu bewerten: Entwickelte Gebiete mit Gitternetz-Autobahnen zeigen typischerweise Werte zwischen 1,1 und 1,3, während ländliche Regionen mit dünnem Straßennetz oft über 1,5 liegen.

Der Begriff stammt vom lateinischen circuitus und bedeutet "Umweg". Du wirst gezwungen, um Hindernisse herumzufahren: Berge, Gewässer, Staus in Städten, Verwaltungsgrenzen. Ein Lastwagen kann nicht diagonal durch einen Wald oder eine Innenstadt fahren.

Wo die Berechnung an Grenzen stößt

Der Umwegfaktor geht von einer einzigen optimalen Route zwischen zwei Punkten aus, doch echtes Routing ist komplexer. Ein Wert von 1,2 für den durchschnittlichen regionalen Umwegfaktor verdeckt riesige Unterschiede: Die schnellste Lkw-Route zwischen zwei Lagern könnte einen Umwegfaktor von 1,05 haben, wenn Parallelbahnen vorhanden sind, während eine Abholung in der gleichen Region auf 1,8 klettern kann, wenn Zufahrtsstraßen lange Umwege erzwingen. Zeitbasiertes Routing bringt eine weitere Variable ins Spiel: Die kürzeste Straßenroute ist nicht immer die schnellste, wenn Verkehrsstaus und Abbiegerverzögerungen hinzukommen.

Der Umwegfaktor wird normalerweise anhand von Netzentfernungsmatrizen aus Kartendiensten oder Straßendatenbanken berechnet, nicht aus einfachen Luftlinien-Verhältnissen. Die Werte unterscheiden sich je nach verwendetem Routingdienst und dessen Umgang mit Mautstraßen, Lkw-Beschränkungen und Gewichtslimits leicht. Für Supply-Chain-Modelle wird ein Umwegfaktor von 1,25 oft als konservativer Standard für gemäßigte Industrieregionen verwendet, wenn echte Netzwerkdaten nicht verfügbar sind.

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