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Luftfahrttechnik

Steuerkolben

Englisch: cloche

Vorrichtung zur Steuerung bestimmter Flugzeuge; besteht hauptsächlich aus einer Steuersäule mit Universalgelenk an der Basis, glockenförmig gestaltet, mit angebrachten Seilen zur Betätigung der Flügelverwindung, Höhenruder und dergleichen.

Cloche: der glockenförmige Steuerknüppel des Piloten

Eine Cloche ist eine Steuersäule, die in frühen und historischen Flugzeugen verwendet wird. Sie zeichnet sich durch einen glocken- oder pilzförmigen Griff aus, der auf einem Universalgelenk montiert ist. Der Pilot fasst die Cloche an, um Nick (Ziehen zum Steigen, Drücken zum Sinken) und Rollen (Seitenbewegung zum Neigen der Flügel) zu steuern. Das Universalgelenk an der Basis ermöglicht Bewegungen in alle Richtungen und leitet die Piloteneingaben über mechanische Gestänge auf die Steuerflächen: typischerweise das Höhenruder für die Nicksteuerung und die Querruder oder Flügelwölbvorrichtungen für die Rollsteuerung.

Der Begriff Cloche stammt direkt vom französischen Wort für Glocke und beschreibt den charakteristischen kuppelförmigen Griff oben auf der Steuersäule. Diese Form bot Piloten eine natürliche, ergonomische Handposition und wurde Standard bei vielen Flugzeugen von den 1920er bis 1940er Jahren, besonders bei europäischen und britischen Konstruktionen. Die Cloche blieb auf einigen Flugzeugen bis in die 1950er Jahre im Einsatz, fiel aber in Ungnade, als Steuerholme und moderne Steuerknüppel die Sicht verbesserten und die Anordnung zwischen den Flugzeugtypen standardisierten.

Varianten und mechanische Ausführung

Cloche-Säulen unterschieden sich in ihren mechanischen Details. Einige hatten einen drehbaren Griff zur hydraulischen Betätigung der Seitenruderpedale, doch die meisten verließen sich auf separate Seitenruderpedale zur Giersteuerung. Die Seile oder Gestängestangen von der Cloche-Basis zu den Steuerflächen mussten sorgfältig eingestellt werden, um Übersteuerung zu vermeiden und die richtige Steuerautorität zu erhalten. Spannung, Seilreibung und Verschleiß im Universalgelenk beeinflussen die Steuerempfindlichkeit direkt und können während des Fluges zu Zentrierungsproblemen oder Totgängen führen.

Bei der Wartung erfordern Cloche-Systeme regelmäßige Überprüfung der Universalgelenklagertragfähigkeit auf Verschleiß und Korrosion, des Seilzustands und der Seilführung sowie der korrekten Seilspannung und Riggierung. Jedes Spiel im Gelenk oder Klemmen in den Seilen verschlechtert die Steuerempfindung und kann gefährliche Zustände an Steuerflächen verschleiern. Der Glockengriff selbst, häufig aus Leder oder Aluminium, muss auf Risse und ordnungsgemäße Befestigung an der Säulenwelle überprüft werden.

Moderne Flugzeuge ersetzten die Cloche durch den Steuerholm (bei den meisten Verkehrsflugzeugen) oder den Seitenstab (bei digitalen Fly-by-Wire-Systemen), die bessere Ergonomie, verbesserte Sichtbarkeit nach vorn und einfachere Integration mit Autopiloten bieten. Allerdings bleibt die Cloche auf vielen historischen, restaurierten und Heritage-Flugzeugen in Betrieb, und Techniker, die an diesen Maschinen arbeiten, müssen ihre mechanische Funktion und Verschleißmuster verstehen.

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