Zapfen
Englisch: cog
Vorsprung oder Zapfen am Ende eines Balkens, der in eine entsprechende Öffnung eines anderen Holzstücks passt und so eine Verbindung bildet.
Zapfen: eine hölzerne Schwalbenschwanz-Verbindung, die Balken zusammenhält
Ein Zapfen ist eine rechteckige oder quadratische Vorsprung, der am Ende eines Holzbalkens geschnitten wird und in eine entsprechende Ausnehmung (genannt Zapfenloch oder Mortise) in einem anderen Balken passt. Der Zapfen drückt direkt auf die Innenkante des aufnehmenden Balkens und überträgt die Last durch Druckkontakt statt nur durch Befestiger allein. Es ist eine der ältesten Holzverbindungsmethoden im schweren Zimmern, die noch heute im Stallbau, bei Brückenhölzern und in der Tragkonstruktion verwendet wird, wo traditionelle Methoden bevorzugt oder erforderlich sind.
Der Zapfen ragt von einer Seite des Balkenendes ab, typischerweise mit einer Tiefe von etwa einem Viertel bis ein Drittel der Balkendicke. Die Länge des Zapfens variiert je nach Lastanforderungen, liegt aber bei Trägern typischerweise zwischen 10 und 20 cm. Wenn der Balken mit dem Zapfen auf dem aufnehmenden Holz aufliegt, überträgt die Zapfenauflage die vertikalen Lasten auf die darunter liegende Auflagefläche, während Nägel oder Bolzen durch den Balken zusätzliche Scherkräfte aufnehmen können. Der Sitz muss straff und eben sein; ein Spalt an der Auflagefläche erzeugt ein Scharnier und hebt die Festigkeit des Verbunds auf.
Varianten und Grenzen
Ein vollständiger Zapfen nimmt die gesamte Tiefe des Balkenendes ein. Ein halbseitiger Zapfen ragt nur von einer Seite heraus und wird verwendet, wenn das aufnehmende Holz begrenzte Tiefe hat oder wenn die Verbindung bündig aufliegen muss. Doppelzapfen (einer auf jeder Seite) erscheinen bei breiten Balken, wo ein einzelner Zapfen zu viel Material vom Ende entfernen würde. Der Zapfen unterscheidet sich von einer Mortise-Tenon-Verbindung dadurch, dass er auf Druckfläche angewiesen ist und nicht auf Umschließung; das aufnehmende Holz wird nicht ausgehöhlt, um den Zapfen vollständig zu enthalten. Dies macht die Verbindung einfacher zu schneiden, aber empfindlicher gegen Setzungen und Fäulnis an der freiliegenden Auflagefläche.
Die Hauptschwäche eines Zapfens ist die Abhängigkeit von dauerkontakt unter Last. Unterschiedliche Bewegungen, Fundamentsetzung oder Holzschrumpfung können den Balken leicht von seiner Auflage abheben und die Verbindung in einen Hebel umwandeln, der sich unter Last öffnet. Deshalb werden Zapfenverbindungen normalerweise mit Bolzen oder schweren Schraubbolzen befestigt, die durch den Balken getrieben werden. Die Oberseite des Zapfens kann auch in einem Winkel geschnitten werden (ein geneigter Zapfen), um Wasser abzuleiten und die Fäulnisrisiken zu verringern, wenn die Verbindung wetterexponiert ist.
Das Zapfen bleibt üblich in der Holzrahmen-Sanierung und in Regionen, wo handwerkliche Fähigkeiten erhalten bleiben, ist aber im Neubau großtenteils durch Bolzenlagerplatten und moderne verdeckte Verbindungen ersetzt worden. Aber das Verständnis von Zapfenverbindungen ist unverzichtbar für alle, die alte Gebäude reparieren oder mit handgehauenen Hölzern arbeiten, wo die Verbindung möglicherweise die ursprüngliche einzige Befestigung ist.