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Fertigung

Cofferwork

Englisch: cofferwork

Bruchsteinmauerwerk mit Steinverblendung.

Kofferwerk: Bruchsteinmauerwerk mit Quaderverblendung

Kofferwerk ist ein Maurerverfahren, bei dem eine Wand oder ein Tragelement aus Bruchsteinen (Steinbruch, Bauschutt oder minderwertigem Material) errichtet und dann auf einer oder beiden Seiten mit Werksteinen oder Quadern verblendert wird. Die Verblendung dient sowohl dem Schutz als auch der Ästhetik und verdeckt das minderwertige Innenmaterial, während sie eine witterungsbeständige, fertige Oberfläche schafft. Diese Technik wird seit Jahrhunderten bei Befestigungen, Brücken, Dämmen und massiven Gebäuden eingesetzt, wo Kostenkontrolle wichtig war, aber Optik oder Dauerhaftigkeit gefordert wurden.

Der Bruchsteinkern besteht typischerweise aus Steinfragmenten, Ziegelbruch, Mauerwerk oder Verschnittresten von der Bearbeitung der Verblendsteine, meist in Kalkmortel mit minimaler Präzision verlegt. Steine werden so gesetzt, dass sie relativ dicht packen, aber ohne die sorgfältige Auswahl und Verfugung, die beim Quaderwerk verlangt wird. Die Verblendsteine hingegen sind rechtwinkelig oder halbrechtwinkelig behauen, in regelmäßigen Schichten mit gleichmäßigen Fugenteilungen verlegt und können mit dem Hammer oder Spitzeisen zu einer einheitlichen Oberfläche bearbeitet sein.

Aufbau und Varianten

Die Qualität des Kofferwerks hängt von der Sorgfalt beim Kernaufbau und der Stärke der Verblendung ab. Ein gut ausgeführtes Koffermauwerk kann eine Verblendung von 150 bis 300 mm auf jeder Seite haben, mit einem Bruchsteinkern von vielleicht 300 bis 600 mm oder mehr, je nach Wandhöhe und Belastung. Einige Kofferwerke verwenden im Kern eine bessere Steinauswahl und bilden so eine Halbbruchsteinfüllung; anderes Werk nutzt fast reinen Bauschutt. Die Mörtelbindung zwischen Kern und Verblendung ist entscheidend; wenn die Verblendung durch Setzung oder Frostschäden vom Kern isoliert wird, kann sie abplatzen oder zusammenbrechen.

Kofferwerk unterscheidet sich von Vollquaderwerk, wo die gesamte Mauermasse aus behauenen Steinen besteht, und von reinem Bruchsteinwerk, wo keine fertige Verblendung aufgebracht wird. Es nimmt eine mittlere Position wirtschaftlich und statisch ein. Es unterscheidet sich auch von Quaderwerk mit Bruchsteinhinterfüllung, einer späteren industriellen Technik, bei der eine dünne Quaderverblendung durch eine geordnetere Bruchsteinfüllung hinterlegt wird. Kofferwerk zeigt häufig Verwitterungs- und Fugenöffnungserscheinungen unterschiedlich auf jeder Seite, da Kern und Verblendung unterschiedlich auf Feuchte und Frost reagieren.

Der Begriff leitet sich vermutlich vom architektonischen Kassetten ab, einem zurückliegenden Feld, wobei die Verbindung unklar ist; einige Quellen deuten auf einen Bezug zur Idee von abgeteilter oder unterteilter Arbeit hin. In der modernen Praxis wird Kofferwerk selten für Neubauten vorgegeben, da es durch Stahlbeton, Hohlwände und standardisierte Mauereinheiten abgelöst wurde. Viele historische Gebäude sind jedoch darauf angewiesen, und das Verständnis seines Verhaltens ist bei der Instandhaltung oder Bestandsaufnahme von Wänden des 18. und 19. Jahrhunderts wesentlich.

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